Erweiterte Funktionen

Q2-Wachstum mit Minusrekorden


30.07.20 10:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat die Geldpolitik unverändert expansiv gelassen, so die Analysten der Helaba.

Swaplinien mit anderen Notenbanken würden verlängert und die Einschätzungen zu den wirtschaftlichen Perspektiven seien stark mit den COVID19-Entwicklungen verknüpft. Die Corona-Krise habe zu einem massiven Wirtschaftseinbruch geführt und heute werde die erste Schätzung des US-BIP-Wachstums im zweiten Quartal dies bestätigen. Ein Rückgang der wirtschaftlichen Aktivitäten um annualisiert 35% sei zu erwarten, nachdem bereits im ersten Quartal ein Minus von 5% zu Buche gestanden habe.

Seit dem Beginn der Corona-Krise habe die FED bereits auf das Risiko einer schweren Rezession verwiesen, sodass die Daten nicht mehr für zusätzlichen Druck auf die Notenbanker sorgen dürften. Vielmehr stünden die konjunkturellen Perspektiven im Mittelpunkt des Interesses. Monatliche Datenveröffentlichungen würden darauf hinweisen, dass es im dritten Quartal zu einer positiven Entwicklung kommen dürfte.

So habe sich die Stimmung laut Unternehmensbefragungen deutlich verbessert. Allerdings laufe die zweite Infektionswelle in den USA und die Verbraucherstimmung habe zuletzt wieder nachgegeben. Der US-Arbeitsmarkt befinde sich weiterhin in einer schwierigen Verfassung und dies werde mit den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe deutlich. Die FED bleibe somit auf absehbare Zeit ultraexpansiv und die Fiskalpolitik sei gefordert, die Erholung der Wirtschaft in einen Aufschwung zu überführen. Diskussionen über ein neues Hilfspakt würden bereits laufen.

Auch in der Eurozone bleibe es auf lange Zeit bei den extrem niedrigen Zinsen und EZB-Vertreter würden davon ausgehen, dass die beschlossenen Anleihekäufe vollumfänglich umgesetzt würden. Die Q2-Wachstumsraten würden wie in den USA Negativrekorde aufstellen, auch wenn die Analysten für die heutige deutsche BIP-Schätzung am frühen Morgen nicht ganz so pessimistisch seien wie der Marktkonsens.

Die Geldpolitik sei letztlich vom Grad der Zielerreichung abhängig. Aktuell werde das Inflationsziel der EZB von nahe aber unter 2% weit verfehlt - nicht nur wegen der erodierten Ölnotierungen, sondern auch weil die Kerninflation beharrlich bei rund 1% liege. Vor diesem Hintergrund seien die heutigen Verbraucherpreiszahlen in Deutschland und Spanien ebenfalls von Interesse. (30.07.2020/alc/a/a)