Erweiterte Funktionen

Protokoll zur EZB-Zinssitzung im September enthält nichts grundlegend Neues


09.10.20 09:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Das gestern veröffentlichte Protokoll zur EZB-Zinssitzung im September enthielt nichts grundlegend Neues, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Allerdings würden Details der Mitschrift stärker auf die Bereitschaft hinweisen, zum Jahresende Entscheidungen zum geldpolitischen Maßnahmenmix zu treffen als es auf der Pressekonferenz zum Ausdruck gekommen sei. Zur Erinnerung: Zum Jahresende laufe die eine oder andere Maßnahme aus, bis Mitte 2021 würden gemäß den aktuellen Beschlüssen sogar zwei sehr wesentliche Stimuli (PEPP, Zinsabschlag bei den zielgerichteten Refinanzierungsgeschäften) entfallen. Im Protokoll seien doch sehr klar die hohen wirtschaftlichen Unsicherheiten, die Notwendigkeit einer anhaltenden geldpolitischen Unterstützung und der "easing bias" hervorgehoben worden. Im Verbund mit der Verwendung von Schlüsselphrasen ("vigilant, monitor closely") sei mit einer Verlängerung (inklusive Adaption) von bestehenden Maßnahmen zu rechnen.

Am Datenkalender sei heute wenig Aufregendes vermerkt. In der Eurozone würden die Ergebnisse zur Industrieproduktion im Monat August bekannt gegeben. Stimmungsindikatoren würden auf eine fortgesetzte Erholung hinweisen.

Laut Rating-Kalender habe heute Fitch die Gelegenheit eine neue Einschätzung für Lettland (A-(n)) zu veröffentlichen. Am Staatsanleihemarkt habe gestern Italien eine Anleihe mit Laufzeit 09/2033 und Kupon 2,45% als Tausch gegen fünf anstehende Anleihen angeboten. Das maximale Volumen des Swaps solle EUR 2 Mrd. betragen. Irland habe am Primärmarkt ein Gesamtvolumen von rund EUR 1,5 Mrd. via Anleihen mit Laufzeit 5/2027, 10/2030 und 5/2035 platziert. Die Emissionen seien bei einer bid/cover Ratio von 1,91, 2,74, und 1,53 zu einer durchschnittlichen Rendite von -0,42%, -0,192% und 0,056% zugeteilt worden. (09.10.2020/alc/a/a)