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Primärmarkt für Unternehmensanleihen: Q4 schlägt alle Rekorde


05.01.18 12:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Schlussquartal 2017 konnte der Primärmarkt für Euro-Corporate Bonds an die dynamische Entwicklung der vorangegangenen Quartale anknüpfen, berichten die Analysten der Helaba.

Insbesondere der traditionell starke November habe dafür gesorgt, dass im vierten Quartal mit einem Emissionsvolumen von knapp 88 Mrd. Euro ein neuer Spitzenwert für ein Abschlussquartal erreicht worden sei. In der Summe sei im Gesamtjahr 2017 ein neues Rekordvolumen von knapp 361 Mrd. Euro platziert worden - ein Plus von 12% gegenüber dem Jahr zuvor. Auch die Anzahl der Emissionen habe mit knapp 600 Einzeltiteln eine bisher nie da gewesene Größenordnung erreicht.

Die Industrie- und die Automobilbranche hätten 2017 mit jeweils über 55 Mrd. Euro das höchste Emissionsvolumen an den Markt gebracht. Bei der Anzahl der Transaktionen hätten weiterhin die Industrieunternehmen mit 101 neuen Bonds mit großem Abstand die Nase vorn gehabt. Nicht-europäische Adressen seien 2017 etwas weniger aktiv gewesen. US-amerikanische Unternehmen seien mit einem Marktanteil von 21% jedoch die größte Emittentengruppe geblieben. Deutsche Unternehmen seien mit einem Volumenanteil von 18% gefolgt.

Emissionen mit einem Volumen von mehr als 1 Mrd. Euro seien etwas weniger beliebt gewesen, hätten aber weiterhin fast ein Drittel des Marktvolumens auf sich vereint. Nach Laufzeiten hätten Unternehmensanleihen mit kürzeren Laufzeiten wieder etwas höher im Kurs gestanden. So sei der Anteil der Fälligkeiten von mehr als sieben Jahren unter die 50%-Schwelle gesunken. Nachrang-Titel hätten mit 3,4% weiterhin nur eine untergeordnete Rolle gespielt. High-Yield-Emittenten hätten sich 2017 wieder etwas häufiger an den Markt gewagt und mit 67 Mrd. Euro fast 20% des Gesamtvolumens platziert. Die BBB-Ratingklassen seien mit fast 50% Marktanteil gleichwohl das dominierende Segment geblieben.

Nicht zuletzt das Ankaufprogramm der EZB habe 2017 dafür gesorgt, dass die Emissionsspreads teils deutlich unter dem Niveau des Vorjahres gelegen hätten. Angesichts der bevorstehenden Drosselung der Zukäufe rechnen die Analysten der Helaba gleichwohl damit, dass die Risikoprämien im Verlauf des Jahres 2018 wieder ansteigen werden. Die Analysten würden es daher im laufenden Turnus nicht für ausgeschlossen halten, dass sich die Emissionstätigkeit nach den deutlichen Steigerungen in den vergangenen Jahren rückläufig entwickeln könnte. Vorerst dürfte sich das Marktumfeld für die Emittenten aber weiterhin günstig gestalten und einen schwungvollen Start ins neue Jahr ermöglichen. (05.01.2018/alc/a/a)