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Primärmarkt: Zahl der Neuemissionen legt zu


12.09.17 08:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Wie erwartet hat Mario Draghi auf der turnusmäßigen EZB-Sitzung am 8. September keine detaillierten Informationen zum weiteren Verlauf des Ankaufprogrammes bekannt gegeben, so Kai Witt von der Nord LB.

"Wir werden den Großteil der Entscheidungen wahrscheinlich im Oktober fällen", habe EZB-Präsident Mario Draghi gesagt. Anleger sollten nicht überrascht sein, wenn die EZB eine Verlängerung ihrer Kaufprogramme bis ins Jahr 2018 ankündige und erst im Verlauf des nächsten Jahres mit dem Tapering beginne. Ein abruptes Ende des geldpolitischen Stimulus würde am Kapitalmarkt zu erheblichen Verwerfungen führen und könne aktuell nahezu ausgeschlossen werden. Ein starker Euro mache es der EZB schwieriger, ihr Kaufprogramm zu beenden.

Zum 01.09.2017 habe Volkswagen eine organisatorische Neuausrichtung der Volkswagen Finanzdienstleistungen bekannt gegeben. Im Zuge dessen werde die Volkswagen Bank GmbH aus der Finanz-Tochtergesellschaft VW Financial Services AG (VWFS) ausgegliedert und zu einer hundertprozentigen Tochter der Volkswagen AG. In der Volkswagen Bank GmbH solle künftig das europäische Bankgeschäft konzentriert werden. Die weiteren Aktivitäten, wie das Leasing-, Versicherungs-, Dienstleistungs- und Mobilitätsgeschäft sowie das Kreditgeschäft außerhalb Europas würden auch in der neuen Ausgestaltung bei der Volkswagen Financial Services AG verbleiben.

Es sei davon auszugehen, dass aufgrund der Neuausrichtung des Europageschäfts die Anleihen der Volkswagen Financial Services AG zukünftig von der EZB im Rahmen des CSPP ankaufbar sein würden, da die VWFS in ihrer neuen Form nicht mehr den Bankenstresstests der EZB unterliege. Somit wäre neben der Volkswagen International Finance NV eine weitere Gesellschaft des VW-Konzerns von der EZB ankaufbar.

Am Primärmarkt habe die Zahl der Neuemissionen im historisch starken September, wie erwartet, wieder zugelegt. Seit Monatsanfang hätten die Konzerne bereits EUR 7,3 Mrd. bei den Investoren eingesammelt, weitere Emissionen in Höhe von EUR 10,1 Mrd. seien schon angekündigt. Die Transaktionen seien zumeist stark überzeichnet, was sich wiederum, aus Sicht der Emittenten, positiv auf die Emissionslevel auswirke. Im Vormonat seien lediglich EUR 8 Mrd. an Euro denominierten Bonds begeben worden. Den größten Anteil im Vormonat habe das britische Tabakunternehmen British American Tobacco Plc (BAT) gehabt, das u.a. durch zwei in Euro denominierten Bonds die milliardenschwere Übernahme des Konkurrenten Reynolds stemmen möchte (Ausgabe vom 11.09.2017) (12.09.2017/alc/a/a)