Primärmarkt: Viele Deals von deutschen Bundesländern für Investoren bereitgehalten


14.10.20 11:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die betrachtete Handelswoche seit letztem Mittwoch hielt erneut viele Deals von deutschen Bundesländern für die Investoren bereit: Den Anfang macht BAYERN mit EUR 1 Mrd. für mehr als 14 Jahre zu ms flat (ISIN DE0001053593 / WKN 105359), so die Analysten der Nord LB.

Die Bücher seien mit EUR 950 Mio. angegeben worden. Bei der Anleihe handele es sich um die derzeit zweitgrößte ausstehende Transaktion des Freistaates und um eine von drei Benchmarktiteln. Die Analysten würden Bayern 2020 erneut am Kapitalmarkt erwarten und der Emittent habe dennoch weiterhin Seltenheitswert am Primärmarkt; zu lang sei die Kapitalmarktabstinenz vorher gewesen.

Apropos: Ein weiterer seltener Gast vor der Pandemie sei SAXONY gewesen. Seines Zeichens ebenfalls Freistaat habe eine siebenjährige Laufzeit und EUR 500 Mio. (ISIN DE0001789295 / WKN 178929) gewählt. Dieser Deal sei zu ms -6 BP zustande gekommen. Hier sei nichts über die Bücher bekannt geworden. Es handele sich um den längsten ausstehenden Bond Sachsens und auch hier sei aufgrund von Corona mit weiteren Anleihen zu rechnen. Sachsen habe nun vier Benchmarks ausstehend.

In den Reigen habe sich NIESA mit einer achtjährigen Anleihe (ISIN DE000A3H24E1 / WKN A3H24E) gesellt. Die Anleihe sei gut nachgefragt und leicht überzeichnet gewesen. Somit habe die Nachfrage von über EUR 1,1 Mrd. für einen Deal in Höhe von EUR 750 Mio. zu ms -3 BP gereicht. Bevor wir Deutschland thematisch den Rücken kehren, seit der erfolgreiche Deal (ISIN DE000A289F29 / WKN A289F2) der KfW erwähnt: EUR 3 Mrd. für sieben Jahre wurde zu ms -11 BP gepreist, so die Analysten der Nord LB. Die Guidance habe bei ms -9 BP gelegen, die Bücher seien mehr als dreifach überzeichnet gewesen.

In Frankreich würden derzeit die Social Bonds wie Pilze aus dem Boden schießen: Nach der CADES sei nun auch die UNEDIC mit EUR 3 Mrd. und bereits ihrem vierten sozialen Jumbo (ISIN FR0014000667 / WKN A283SH) in 2020 um die Ecke gekommen. Bis die EU hier aufgeholt habe, würden die Franzosen hier vorerst führend bleiben. Das Ordervolumen sei noch größer als bei der KfW-Anleihe gewesen und habe fast EUR 10 Mrd. erreicht. Der Pick-up habe bei OAT +19 BP gelegen und damit in der Erwartung der Analysten höher als bei der bevorstehenden EU-Transaktion (SURE = ebenfalls sozial).

Ein sehr seltener Gast sei hingegen die Development Bank of Japan (- / A1 / A), welche in ihrer Nachhaltigkeitsanleihe für vier Jahre ms +29 BP habe raufschreiben müssen. Gegenüber der Guidance habe es einen Move von sieben Basispunkten gegeben, die Bücher hätten bei EUR 5,85 Mrd. gelegen, wobei nur EUR 700 Mio. geprintet worden seien. Der Appetit der Investoren sei hier eindeutig größer als der zu verteilende Kuchen gewesen.

Ebenfalls nachhaltig und eher selten sei die Ville de Paris: Die Sub-Benchmark der VDP (EUR 300 Mio.) habe 25 Jahre gewählt und sei mehr als doppelt überzeichnet gewesen. OAT + 21 BP hätten einen interessanten Pick-up geboten. Mittlerweile stünden 49 Titel aus, wobei keiner Benchmarkformat erreiche. Die Anleihe seien alle EUR-denominiert und würden bis zu Fälligkeiten in 2060 reichen. Die EIB habe für einen "Credit and Funding Call" für den 26. Oktober geladen. Zudem habe die französische AFD (Ticker: AGFRNC) für eine Nachhaltigkeitsanleihe (7-10 Jahre) mandatiert. Auch BADWUR habe gestern für eine weitere Anleihe mandatiert (EUR 1 Mrd. WNG). Der vierjährige Floater dürfte schon heute gepreist werden. (14.10.2020/alc/a/a)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0001053593 105359 102,45 € 100,93 €
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