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Primärmarkt: Umfangreiches Angebot in der kommenden Woche


02.06.17 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zum Ende der Handelswoche finden sich keine Auktionsaktivitäten oder Ankündigungen im Primärmarktkalender, berichten die Analysten der Helaba.

Bereits in der kommenden Woche erwarte Investoren aber wieder ein umfangreiches Angebot. Bislang stünden EWU-seitig Österreich, zweimal Deutschland (inflationsindexiert und konventionell) und Irland als Emittenten fest. Letzteres könnte seinen Finanzierungsfortschritt mit der anstehenden Auktion auf über 80% hieven.

Frankreich und Spanien hätten gestern erfolgreich neue Mittel am Kapitalmarkt aufnehmen können. Die Neubegebung der SPGB 2021 habe Gebote in Höhe von 5,3 Mrd. EUR generiert, von denen 2,7 Mrd. EUR zur Zuteilung gekommen seien. Die Emissionsrendite habe mit 0,021% im erwarteten Bereich gelegen. Gemeinsam mit der ultralangen SPGB 2066 habe das Tesoro 4,1 Mrd. EUR aufnehmen können und sich damit etwa in der Mitte der vorab avisierten Zielspanne bewegt.

Auch Frankreichs Agence France Trésor habe seinen Auktionsrahmen nicht vollständig ausschöpfen können und insgesamt 8,27 Mrd. EUR über drei OAT-Serien aufgenommen. Der Großteil hiervon sei auf den 10-jährigen Laufzeitbereich entfallen, wo sich die Zuteilungsrendite auf 0,72% reduziert habe. Die letzte Aufstockung Anfang Mai sei zu 0,81% erfolgt, die Neuemission im April zu 0,91%.

In die Entwicklung der EWU-Kernspreads sei nach einer eher turbulenten Zeit wieder Ruhe eingekehrt. Dies gelte vor allem für die französisch-deutsche Renditedifferenz, die im Vorfeld der Präsidentschaftswahl teilweise heftigen Schwankungen ausgesetzt gewesen sei. Zeitweise seien Werte von knapp 80 Bp erreicht worden. Aktuell pendle die französische Risikoprämie um 43 Bp und damit auf einem ähnlichen Niveau wie zum Jahresbeginn. Darunter fänden sich Österreich und die Niederlande mit Spreads in Höhe von 28 bzw. 20 Bp. Am freundlichsten entwickle sich seit geraumer Zeit der finnische Spread mit derzeit 5 Bp. Hier sollte allerdings die Tatsache bedacht werden, dass Finnlands Bechmarkanleihe im Jahr 2026 fällig werde, während die übrigen Länder hier Laufzeiten bis 2027 verwenden würden. (02.06.2017/alc/a/a)