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Primärmarkt: Europäische Emissionsaktivitäten legen Verschnaufpause ein


20.06.17 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach Belgien und der Slowakei zum Wochenauftakt legen die europäischen Emissionsaktivitäten heute eine kurze Verschnaufpause ein, berichten die Analysten der Helaba.

Lediglich Finnland werde eine Auktion für die kommende Handelswoche ankündigen. Es handle sich dabei um die dritte konventionelle Emission des Landes in diesem Jahr und die fünfte insgesamt. Bislang habe das finnische Schatzamt mit 7 Mrd. EUR knapp die Hälfte des für dieses Jahr avisierten Finanzierungsbedarfs von 14,5 Mrd. EUR aufgenommen. Die Kosten für die Kapitalbeschaffung seien derweil überschaubar. Die RFGB 2026, die als 10-jähriges Benchmarkpapier fungiere, werde am Sekundärmarkt zu 0,33% gehandelt. Dies entspreche einem Aufschlag von lediglich 13 Bp gegenüber der vergleichbaren Bundesanleihe.

Ungeachtet der Schlappe bei der Parlamentswahl, welche die konservative Regierung geschwächt anstatt gestärkt zurückgelassen habe, sei gestern pünktlich der Startschuss für die Brexit-Verhandlungen gefallen. Bis zum Herbst des kommenden Jahres müssten die Gespräche zwischen den Vertretern der EU und des Vereinigten Königreichs abgeschlossen sein; der Austritt Großbritanniens aus der EU erfolge dann am 29. März 2019, exakt zwei Jahre nachdem Premierministerin May Artikel 50 des EU-Vertrages aktiviert habe.

Vor dem Hintergrund der schwierigen Ausgangslage für die Verhandlungen und angesichts des mit großen Fragezeichen versehenen wirtschaftlichen Ausblicks würden Gilt-Renditen unter Druck bleiben - obwohl im Zuge der Sitzung der Bank of England in der vergangenen Woche drei Mitglieder des geldpolitischen Komitees für eine Zinserhöhung plädiert hätten. Bei den letzten beiden Sitzungen habe es hierfür jeweils nur eine Stimme gegeben. Im 10-jährigen Gilt-Laufzeitbereich würden derzeit 1,03% gezahlt; das bisherige Jahreshoch sei Ende Januar bei mehr als 1,5% erreicht worden. Damit setze auch der britisch-deutsche Renditespread seine im Dezember 2016 begonnene Abwärtsbewegung fort und liege aktuell bei 74 Bp. Die britischen Inflationserwartungen, die trotz der GBP-Schwäche in den vergangenen Monaten weiter rückläufig seien, würden kurzfristig kein Ausweitungspotenzial nahe legen. (20.06.2017/alc/a/a)