Primärmarkt: Emissionsvolumen steigt auf EUR 112,15 Mrd.


06.12.17 11:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - In den letzten fünf Handelstagen verzeichneten wir im Segment Euro-denominierter Covered Bonds mit Benchmarkvolumen zwei Transaktionen, so Kai Ebeling, CIIA von der Nord LB.

Die Crédit Agricole Cariparma habe insgesamt EUR 750 Mio. für eine Laufzeit von ca. acht Jahren platziert. Die Vermarktungsphase habe mit IPT ms +20 Bp area begonnen. Aufgrund der nach wie vor guten Nachfrage nach Emissionen sei der Bond (ISIN IT0005316788) schließlich zu einem Reoffer-Spread von ms +15 Bp begeben worden.

Die schwedische Stadshypotek habe ebenfalls einen Covered Bond (ISIN XS1731734585 / WKN A19TB2) über EUR 750 Mio. begeben. Die Laufzeit betrage sieben Jahre und der Reoffer-Spread sei bei ms -8 Bp fixiert worden.

Im Subbenchmarksegment hätten die in Deutschland ansässige Santander Consumer Bank sowie die finnische Oma Säästöpankki ihr Debüt begeben. Beide Emittenten hätten jeweils ein Volumen von EUR 250 Mio. platziert. Santander habe eine Laufzeit von sieben Jahren gewählt, bei der sie ihre Emission zu einem Reoffer-Spread von ms -11 Bp habe emittieren können. Die Oma Säästöpankki habe ihre fünfjährige Transaktion zu ms +1 Bp platziert. Außerhalb des Euro seien mehrere Emittenten mit Sterling-Emissionen an ihre Investoren herangetreten. So habe die britische TSB Bank einen fünfjährigen Floater (G BP 500 Mio.) zu 3mL +24 Bp begeben. Eine vergleichbare Transaktion habe die Royal Bank of Canada mit der Emission ihres fünfjährigen Floaters über G BP 650 Mio. zu einem Spread von 3mL +23 Bp durchgeführt.

Kürzlich habe die BaFin entschieden, dass Bausparkassen nicht in Covered Bonds investieren dürften, die mit einer Soft Bullet-Struktur ausgestattet seien. Die Aufsicht begründe ihre Entscheidung mit dem signifikanten Liquiditätsrisiko, das durch die potenzielle Laufzeitverlängerung entstehen könnte. Durch diese Entscheidung wird das Investitionsuniversum der Bausparkassen massiv eingeschränkt, da gemäß unserer letzten Erhebung lediglich 52% aller Benchmarkemissionen über eine Hard Bullet-Struktur verfügen (Stand Juli 2017), so die Analysten der Nord LB. Investitionen in Covered Bonds aus BE, CA, IE, IT, NL, NO, NZ, PL, PT, SG und TR seien hierdurch nach Erachten der Analysten nicht mehr möglich. Hinzu komme, dass in weiteren Ländern wie z.B. AU oder UK Hard Bullet-Strukturen zu den Auslaufmodellen gehören würden, sodass hier lediglich am Sekundärmarkt Hard Bullet-Strukturen erworben werden könnten. Aufgrund der aktuellen Liquiditätssituation sei dies jedoch fraglich.

Generell ist die Entscheidung der BaFin für die Analysten der Nord LB nur schwer nachzuvollziehen, da es sich ihres Erachtens bei einer Soft Bullet-Struktur nicht um ein Optionsrecht handelt, das beim Emittenten liegt, sondern vielmehr um eine Option, die erst dann zum Tragen kommt, wenn sich der Emittent in der Insolvenz befindet, bzw. bereits die Aufsicht eingeschaltet wurde. Inwieweit in solch einer Situation die Verlängerung der ursprünglichen Fälligkeit um gegebenenfalls bis zu zwölf Monate (bei einzelnen Programmen seien auch längere Verlängerungsperiode möglich) oder aber der Firesale unter Inkaufnahme potenziell größerer Haircuts die bessere Option darstelle, sei zu hinterfragen.

In den vergangenen Handelstagen verzeichneten wir über alle Jurisdiktionen gute Umsätze, wobei insbesondere das lange Ende sehr gefragt war, so die Analysten der Nord LB. (06.12.2017/alc/a/a)