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Primärmarkt: Deutschland will Nullkuponanleihe 2022 um 3 Mrd. EUR aufstocken


11.10.17 10:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Der katalanische Regierungschef Puigdemont spielt in der Frage der Unabhängigkeit auf Zeit und setzt auf Verwirrung, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

So habe er gestern eine Art symbolischer Unabhängigkeit verkündet, aber gleichzeitig den formalen Prozess außer Kraft gesetzt und somit die Tür für Verhandlungen offen gelassen. Die Finanzmärkte hätten dies als eine Geste der Deeskalation interpretiert und verhalten positiv reagiert. Nun komme es auf die Reaktion der Regierung in Madrid an.

In den USA werde heute das FOMC-Protokoll zur Zinssitzung vom 20. September Informationen zum Stimmungsbild im geldpolitischen Entscheidungsgremium liefern. Die Wortmeldungen von FOMC-Mitgliedern hätten den Markt zuletzt auf eine Zinsanhebung im Dezember vorbereitet. Die Wahrscheinlichkeit hierfür werde bereits bei rund 80% gepreist.

Am Primärmarkt habe gestern die Slowakei EUR 1 Mrd. einer Fixzinsanleihe mit Laufzeit 2047 begeben. Spanien habe trotz politischer Spannungen problemlos EUR 5 Mrd. an 6- und 12-monatigen Schatzanweisungen platziert. Ansonsten habe Finnland EUR 1 Mrd. einer Nullkuponanleihe mit Laufzeit 2022 platziert (Rendite: -0,267%). Deutschland habe eine inflationsindexierte Anleihe mit Laufzeit 2026 um EUR 0,8 Mrd. aufgestockt (Rendite: -1,04%).

Heute plane Deutschland eine Nullkuponanleihe mit Laufzeit 2022 um EUR 3 Mrd. aufzustocken. Die Niederlande hätten die Auktion einer Anleihe mit Laufzeit von 2024 angekündigt. Auch Portugal beabsichtige zwei Fixzinsanleihen mit Laufzeiten 2022 und 2027 aufzustocken. (11.10.2017/alc/a/a)