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Primärmarkt Corporate: Erholung lässt auf sich warten


06.07.18 12:31
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den Monaten April bis Juni 2018 setzte sich die etwas weniger dynamische Entwicklung am Primärmarkt für EUR-Corporate Bonds fort, so Ulrich Kirschner, CFA von der Helaba.

Mit knapp 85 Mrd. EUR in 145 Transaktionen sei das Q2-Emissionsvolumen deutlich unter dem Ergebnis der entsprechenden Monate in den beiden vorangegangenen Jahren geblieben. Im ersten Halbjahr seien insgesamt 164 Mrd. EUR und damit rund 40 Mrd. EUR weniger als im Vergleichszeitraum 2017 platziert worden. Insbesondere die Monate Mai und Juni seien relativ schwach ausgefallen.

Der Auto-Sektor habe mit 17,7% den höchsten Volumenanteil in H1 an den Markt gebracht, die Industrieunternehmen als stärkste Branche bei der Anzahl (55 Transaktionen) jedoch nicht verdrängen können. Deutsche Unternehmen hätten ihren Marktanteil insbesondere aufgrund einiger großer Transaktionen (z.B. Bayer mit 5 Mrd. EUR) auf 23% gesteigert. Französische Adressen seien hingegen auf den zweiten Platz (22%) zurückgefallen. Große Anleihen mit mehr als 1 Mrd. EUR Emissionssumme hätten mit 28% Marktanteil in der Gunst der Marktteilnehmer etwas weiter hinten als im Vorjahr gelegen. Nachrangtitel seien dagegen mit einem Anteil von 7% deutlich gefragter gewesen als 2017. Die "BBB"- Ratingklassen hätten mit 45% der Emissionssumme in den Monaten Januar bis Juni das meiste Geld eingesammelt. Variabel verzinsliche Titel seien mit 13% des Marktvolumens erneut recht beliebt gewesen.

Der seit Jahresanfang beobachtbare Anstieg der Corporate-Spreads habe sich im zweiten Quartal auch am Primärmarkt bemerkbar gemacht. So seien zuletzt wieder deutlich höhere Neuemissionsprämien gezahlt worden. Im Durchschnitt hätten die Spreads in der ersten Jahreshälfte nun wieder das Niveau von 2017 erreicht und dürften im Jahresverlauf weiter steigen.

Mit Blick auf das Gesamtjahr 2018 sehen die Analysten der Helaba weiterhin gute Chancen, dass die Volumina die Größenordnung von 300 Mrd. EUR erreichen können, zumal einige Emittenten mit dem nahenden Ende der EZB-Ankäufe und der Aussicht auf weiter steigende Spreads die Gelegenheit für eine kostengünstige Refinanzierung nutzen dürften. (06.07.2018/alc/a/a)