Erweiterte Funktionen

Preiszahlen im Blick behalten


12.05.20 11:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Seit Ausbruch der Corona-Krise sind Politiker und Zentralbanker bemüht, die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft abzumildern, so die Analysten der Helaba.

Die extrem expansiven Geldpolitiken und die zahlreichen Fiskalpakete und der damit einhergehende Anstieg der Verschuldung würden eigentlich Inflationspotenzial bergen. Allerdings seien die Inflationserwartungen bislang kaum gestiegen, was wohl dem Einbruch der Ölpreise als Folge des Nachfrageschocks geschuldet sei. Dies sei auch der Grund dafür, dass die Inflation derzeit kein Thema sei. Darauf würden die heute anstehenden Preiszahlen in den USA hinweisen. Der Ölpreisrückgang und das damit einhergehende Sinken der Benzinpreise würden dafür sprechen, dass es im April gegenüber dem Vormonat zu einem deutlichen Minus gekommen sei.

Auch die Jahresteuerungsrate werde nachgeben und selbst bei den Kernverbraucherpreisen spreche der massive Einbruch der ISM-Indices für eine rückläufige Entwicklung. Insofern bleibe das Thema Inflation derzeit im Hintergrund - sowohl bei den Finanzmarktteilnehmern als auch bei den Notenbankvertretern, die bei ihren Lockerungsmaßnahmen "noch" keine verstärkte Rücksicht auf die Preisentwicklung nehmen müssten.

Heute gebe es zahlreiche Reden insbesondere vonseiten der US-Notenbank, wobei die Kernaussage wohl die sei, dass sich die Konjunktur im Verlauf des zweiten Halbjahres erholen werde. Die Prognoseunsicherheit sei hoch, insbesondere, weil sich der Pandemie-Verlauf nicht genau vorhersagen lasse. Die Sorge bestehe darin, dass Lockerungsmaßnahmen möglicherweise wieder zurückgenommen werden müssten - wie geschehen in Südkorea. Für Irritationen habe auch die Meldung vom RKI gesorgt, wonach die Reproduktionsrate wieder über die Schwelle von eins gestiegen sei. (12.05.2020/alc/a/a)