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Politische Risiken und eine zögerliche US-Notenbank sorgen für Zuflüsse in die Staatsanleihen


11.08.17 10:00
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Verunsicherung der Anleger angesichts des politischen Chaos in den USA, einer drohenden Eskalation des Konfliktes mit Nordkorea und teilweise schwächerer Konjunkturdaten setzt sich in Form von weiter leicht nachgebenden Renditen bei den Staatsanleihen fort, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Eine Ausnahme sei der US-Arbeitsmarktbericht für Juli, der am vergangenen Freitag veröffentlicht worden sei und einen Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft von 209 Tsd. aufgewiesen habe, deutlich mehr als erwartet worden sei. Zudem sei die Arbeitslosenquote auf 4,3% gesunken. Im Jahresverlauf liege jetzt der monatliche Beschäftigungszuwachs bei rund 185 Tsd. Stellen - wie im vergangenen Jahr.

Der Arbeitsmarktbericht dürfte bei der FED zu keiner Neueinschätzung ihrer Politik geführt haben. Für die Fortsetzung ihres Zinsanhebungskurses sei die Inflationsentwicklung von entscheidender Bedeutung. Der Preisindex für die Konsumausgaben liege derzeit bei 1,5% (PCE Kernrate), deutlich unterhalb der Zielmarke der FED von 2%. Damit die Inflationsraten stärker ansteigen würden als bisher, müsste die Lohnentwicklung eine größere Dynamik zeigen. Das sei bislang aber nicht zu erkennen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne hätten sich den vierten Monat in Folge um 2,5% gegenüber dem Vorjahr erhöht. Im Vergleich zum Jahresauftakt habe sich die Dynamik damit sogar etwas abgeschwächt.

Innerhalb der FED würden sowohl James Bullard (Präsident der regionalen FED St. Louis) als auch der stimmberechtigte Neel Kashkari (Präsident der FED Minneapolis), beide eher Zinstauben, dafür plädieren, sich angesichts der niedrigen Inflation mit weiteren Zinsanhebungen zurückzuhalten. Die Normalisierung der aufgeblähten Bilanz solle aber ab September angegangen werden. Aus ihrer Sicht sei nicht damit zu rechnen, dass die Inflationsrate steige, selbst wenn sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verbessere. Am Freitag (11.08.) würden in den USA die Verbraucherpreise für Juli veröffentlicht und könnten für die Notenbanker einen neuen Anhaltspunkt für ihren weiteren Leitzinspfad liefern.

Im Gegensatz zum guten Arbeitsmarktbericht sei der ISM-Index für Dienstleistungen in den USA doch recht deutlich zurückgegangen. Auch die rückläufigen Einkaufsmanagerindices für Dienstleistungen in der Eurozone sowie die Zahlen zur deutschen Industrieproduktion (-1,1%) würden auf die Stimmung drücken. Doch zumindest die Industrieproduktion habe im zweiten Quartal mit einem Plus von 1,8% gegenüber dem Vorquartal ein ordentliches Plus erreicht, womit der Monatsrückgang weniger beunruhigend sei. Entsprechend dürfte das deutsche BIP von April bis Juni mit 0,6% spürbar zugenommen haben (Veröffentlichung 15.08.).

Wichtig sei darüber hinaus die Veröffentlichung der Minutes der letzten FED-Zinssitzung (16.08.) sowie das Sitzungsprotokoll der EZB (17.08.). Möglicherweise gebe es weitere Hinweise auf den Leitzinspfad der FED und ihren Bilanzabbau sowie die Rückführung der Anleihekäufe bei der EZB. (Ausgabe vom 10.08.2017) (11.08.2017/alc/a/a)