Polens Notenbank bleibt in Wartestellung


06.11.19 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Der geldpolitische Ausschuss entscheidet heute über mögliche Änderungen des Leitzinses in Polen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Es werde allgemein erwartet, dass die Währungshüter den Satz bei 1,50% belassen würden. Die Notenbank habe in der Vergangenheit mehrmals einen unveränderten Zins als wahrscheinliches Szenario für die kommenden Monate beschrieben. Dafür spreche die abnehmende Konjunkturdynamik. Die monatliche Lagebeurteilung durch Einkaufsmanager des Verarbeitenden Gewerbes sei jüngst mit 45,6 Punkten auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gefallen.

Hinzu komme eine ausgeprägte Spaltung des geldpolitischen Gremiums in Befürworter und Gegner einer strafferen Geldpolitik, die erst mit einem grundsätzlich veränderten wirtschaftlichen Umfeld überwunden werden dürfte. Demgegenüber ergebe sich für die Renditen langlaufender polnischer Staatsanleihen derzeit Spielraum auf der Oberseite. Höhere Risikoaufschläge seien infolge politischer Kontroversen wahrscheinlich, die bei der Umsetzung einzelner Wahlversprechen der im Oktober im Amt bestätigten PiS-Regierung zu erwarten seien.

Von der Sitzung der Notenbank dürften keine größeren Impulse auf den Devisenmarkt ausgehen. Insgesamt scheine den Analysten die Aufwertung des Polnischen Zloty (PLN) in den vergangenen Wochen übertrieben. Durch den Inflationsanstieg der vergangenen Monate hätten sich die Realzinsen verringert. Im Trend würden die Analysten gegenüber dem Euro Kurse um 4,50 PLN sehen. (06.11.2019/alc/a/a)