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Polen: Zentralbank bleibt wachsam


03.09.20 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Industrieproduktion in Polen stieg im Juli auf 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und lag damit über den erwarteten -2,0 Prozent, so die Analysten von Postbank Research.

Insbesondere der Automobilsektor habe starke Zuwächse verzeichnet.

Die polnische Wirtschaft profitiere von der im Vergleich zu den anderen osteuropäischen Ländern starken Diversifizierung ihrer Exportindustrie. Der Warenexport sei im Juni mit 3,0 Prozent zum Vorjahr deutlich schneller geklettert, dank starker Nachfrage nach Textil, Möbeln , TV-Geräten sowie Tabakprodukten.

Im zweiten Quartal sei der Rückgang der Wirtschaftsleistung mit 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr nicht so schlimm ausgefallen, wie im Vorfeld mit -9,0 Prozent erwartet worden sei. Auch dank der anziehenden Exporte und dem daraus entstandenen positiven Wachstumsbeitrag habe das Minus reduziert werden können.

Am Arbeitsmarkt würden die Daten aus dem Juli auf eine Erholung hindeuten. Neben der konjunkturellen Besserung würden dort zudem auch die fiskalpolitischen Maßnahmen der Regierung stützen.

Trotz positiver Entwicklung bleibe die Zentralbank wachsam. Die Zlotystärke könnte die günstige Exportentwicklung belasten. Aber auch die schwächelnde Kreditvergabe könnte die Investitionen belasten und die Konjunktur bremsen.

Die Postbank erwarte in den kommenden sechs Monaten den Wechselkurs des Polnischen Zloty (PLN) von heute 4,396 EUR/PLN (Stand: 28.08.2020) relativ unverändert bei 4,4. (Ausgabe Währungsbulletin September 2020) (03.09.2020/alc/a/a)