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Polen: Zentralbank bleibt vorsichtig


27.07.20 12:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in Polen stieg im Juni von 40,6 Punkten auf 47,2 Punkte und deutet damit auf eine Erholung der Produktion sowie der Auftragslage hin, so die Analysten von Postbank Research.

Die größte Gefahr für Polens Konjunktur sei eine zweite Infektionswelle im laufenden zweiten Halbjahr. Daher habe sich die Polnische Zentralbank zuletzt auch zurückhaltend über die jüngst zu beobachtende positive Erholung der Wirtschaft geäußert und zeige sich in ihrer revidierten Prognose 2020 entsprechend vorsichtig.

Die Zentralbank rechne insgesamt mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,7 Prozent in 2020. Die Postbank halte einen Rücksetzer von 6,6 Prozent für wahrscheinlich.

Falls weitere expansive Schritte nötig werden sollten, könnte die Zentralbank ihr Ankaufprogramm ausweiten. Zudem könnte sie einer unliebsamen Aufwertung des Zloty gegenüber dem Euro bremsend entgegentreten.

Die Inflationsrate habe im Juni von 2,8 auf 3,3 Prozent angezogen. Als preistreibend hätten die wieder einsetzende Nachfrage nach der Quarantäne sowie der Trend gewirkt, im eigenen Land Urlaub zu machen (machen zu müssen).

Die Postbank erwarte in den kommenden zwölf Monaten eine Aufwertung des Polnischen Zloty (PLN) von heute 4,463 EUR/PLN (Stand: 20.07.2020) in Richtung 4,35. (Ausgabe Währungsbulletin August 2020) (27.07.2020/alc/a/a)