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Polen, Tschechien, Ungarn: Inflation steigt weiter kräftig - Notenbanken reagieren mit beschleunigten Zinsanhebungen


23.11.21 09:17
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Die zunehmende Inflationsdynamik ist derzeit eines der beherrschenden Themen in den drei CEE-Staaten Polen, Tschechien, Ungarn, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "emreport".

Nach einer überraschenden Zinsanhebung um 40 Basispunkte im Oktober sei in Polen Anfang November eine weitere Zinsanhebung um 75 Basispunkte gefolgt. Angesichts einer Teuerungsrate von inzwischen rund 7% und für 2022 erwarteten durchschnittlich 5,8% (Notenbankziel: 1,5% bis 3,5%) sei es absolut verständlich, dass Polens Notenbank nun nachziehe, nachdem in Tschechien und Ungarn bereits im Sommer die Notenbanken mit Zinsanhebungen begonnen hätten. Auch die polnische Kerninflation liege mit rund 5% weit über Zielwert und angesichts eines sehr engen Arbeitsmarkts würden Zweitrundeneffekte und im schlechtesten Fall eine Lohn-Preis-Spirale drohen.

Ähnliches drohe auch in Ungarn, obwohl die Notenbank dort früher reagiert habe. Eine schwache Währung drohe die Inflation weiter anzufachen, die in Ungarn derzeit bei rund 6,5% liege. Das dürfte die Notenbank dazu bewogen haben, das Zinsanhebungstempo zu erhöhen. Mitte November habe sie den Leitzins statt bisher in 0,15%-Schritten um 0,3% auf 2,10% angehoben.

Auch die tschechische Notenbank habe die Zinsanhebungen Anfang November beschleunigt und den Leitzins gleich um 1,25% auf nunmehr 2,75% gehievt.

Die Aktienmärkte hätten im Oktober in Polen und Ungarn zugelegt (um 4% bzw. 2,5%), während der Prager Aktienindex nahezu unverändert geblieben sei. (Ausgabe November 2021) (23.11.2021/alc/a/a)