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Polen: Inflationsdaten sorgen für Zinsgerüchte


02.09.21 09:45
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Polen gehört in Osteuropa zu den Ländern mit dem höchsten negativen Realzins, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Der Leitzins liege bei 0,10%. Das Inflationsziel der polnischen Notenbank sei mit 3,5% definiert. Die Inflation selbst sei im August auf 5,4% geklettert. Das seien Werte wie zuletzt im Juni 2001! Dass die Inflation in Polen nur vorübergehend sei, würden selbst innerhalb der Notenbank immer weniger Mitglieder glauben. Selbst Mitglieder, die sich in den letzten Monaten für ein Beibehalten der aktuellen Zinspolitik ausgesprochen hätten, würden bereits ihre Meinung ändern. Leitzinsanpassungen ab Mitte 2022 würden immer wahrscheinlicher.

Der Devisenmarkt honoriere die veränderte Sichtweise innerhalb der Notenbank mit Kursgewinnen. EUR/PLN (Polnischer Zloty) habe von 4,6000 bis auf 4,5150 korrigieren können. Würden die Zinsspekulationen anhalten, seien auch Kurse bis 4,4500 möglich. Tiefer sei kaum vorstellbar. Zum einen bedürfe es deutlicherer Zinsschritte um einen negativen Realzins zu vermeiden. Zum anderen befinde sich Polen neben Ungarn zum Thema Rechtsstaatlichkeit im Streit mit der EU. Dieser Streit könnte, durch Kürzungen von EU-Geldern, die polnische Konjunktur belasten. In Summe dominieren für uns die Risiken, speziell politischer Natur, so Oberbank weiter. Stärkephasen des Polnischen Zloty sehe Oberbank nur als vorübergehend. Auf Sicht erwarte man wieder Kurse von 4,6000 in EUR/PLN. (02.09.2021/alc/a/a)