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Optimismus für Unternehmensanleihen aus Emerging Markets ist angebracht


06.01.21 09:30
Fisch Asset Management

Zürich (www.anleihencheck.de) - Anfang des Jahres 2021 sind die Bewertungen der Emerging Markets (EM)-Corporates unserer Meinung nach interessant, so Meno Stroemer, Head Portfolio Management bei Fisch Asset Management in Zürich.

Im Niedrigzinsumfeld habe der Spread gegenüber den Industrieländern allgemein an Attraktivität gewonnen. Während der Coronakrise hätten EM-Unternehmensanleihen bei besseren Fundamentaldaten stets eine höhere Entschädigung für das eingegangene Risiko geboten. Nachdem es in den Schwellenländern im Gegensatz zu den Industrieländern keine direkten Käufe von Unternehmensanleihen durch Zentralbanken gegeben habe, sei die Erholung ersterer etwas hinter letzteren hergehinkt. Da die Spreads von EM-Corporates nach wie vor im Investment-Grade-Segment etwa 40 Basispunkte und im High-Yield-Segment rund 100 Basispunkte höher als vor dem Beginn der Pandemie seien, bestehe aus Sicht der Experten beträchtlicher Spielraum für eine Spreadeinengung.

In Bezug auf die Fundamentaldaten von EM-Unternehmen seien die Experten optimistisch. Sie würden höheres Wachstum auf makroökonomischer Ebene sehen, welches das Gewinnwachstum antreibe und Unternehmen helfe, langsam wieder normale Rentabilitätsniveaus zu erreichen. Außerdem hätten Firmen weiterhin sowohl über den Anleihenmarkt als auch durch Bankdarlehen Zugang zu Liquidität. Das erleichtere die Rückkehr zu normalen Gewinnniveaus. Dank dieser Dynamik könnten EM-Unternehmen ihre Fundamentaldaten 2021 verbessern, sodass sich ihr tendenziell niedrigerer Verschuldungsgrad im Vergleich zu ihren Pendants aus den Industrieländern fortsetze.

Während die Fundamentaldaten der Unternehmen in 2020 stabil geblieben seien, hätten sich die Staatsbilanzen vieler Schwellenländer verschlechtert. Diese Tendenz sei zwar nicht auf die Schwellenländer beschränkt, doch vor allem in Ländern wie Mexiko, Kolumbien und Indien, deren ohnehin schon schwierige Haushaltslage sich durch die Pandemie noch verschärft habe, müssten potenzielle Herabstufungen der Länder-Ratings genau im Auge behalten werden. Dies werde aber durch den Umstand gemildert, dass die steigende Verschuldung vor allem auf lokaler Ebene stattgefunden habe, was tendenziell tragfähiger sei. Dennoch handele es sich um einen wichtigen Faktor, der 2021 beobachtet werden sollte.

Generell hätten die Schwellenländer-Anleihen 2020 ihre Robustheit unter Beweis gestellt. Sie hätten sich der Volatilität zwar nicht vollständig entziehen können, das Jahr dennoch mit positiven Gesamtrenditen beendet. Der Beginn der Konjunkturerholung, das lockere geldpolitische Umfeld, Fortschritte bei der Entwicklung von Impfstoffen und das positive technische Umfeld in den Schwellenländern, das auf einem soliden Angebot und einer steigenden Nachfrage beruhe, würden günstige Voraussetzungen für EM-Unternehmensanleihen schaffen. Obwohl Covid-19 für viele Schwellenländer natürlich zusätzliche Herausforderungen mit sich bringe und mehrere geopolitische und idiosynkratische regionale Unwägbarkeiten weiterhin gegeben seien, würden die Experten glauben, dass die Chancen die Risiken der Anlageklasse im kommenden Jahr kompensieren würden. Die Experten würden daher erwarten, dass EM-Unternehmensanleihen auch 2021 positive Renditen erzielen würden. (06.01.2021/alc/a/a)