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Optimismus der EZB schwindet


12.10.18 11:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Auf ihrer Sitzung im September hatte sich die EZB sehr optimistisch bezüglich der wirtschaftlichen Perspektiven geäußert und unterstellte mit Blick auf die kommenden Quartale ein durchschnittliches Wachstum von rund 0,5% gg. Vq., so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Dabei hätten die Währungshüter die Risiken für das Wachstum als ausgeglichen eingestuft. Das gestern Veröffentliche Protokoll der Sitzung lasse erkennen, dass dieser Optimismus Risse habe. So bestehe bei den Währungshütern die Sorge, dass die aus der Abkühlung der globalen Nachfrage resultierende Abschwächung auf die Binnennachfrage überspringe. Auch im Hinblick auf die Rückkehr zum Preisstabilitätsziel würden sich zumindest einige EZB-Mitgliedern noch skeptisch zeigen.

Bis zum Ende des Sommers 2019 habe sich die EZB durch ihre "forward guidance" die Möglichkeit für Leitzinserhöhungen genommen. Zu diesem Zeitpunkt dürfte sich konjunkturelle Dynamik bereits deutlich verlangsamt haben, was die Zweifel an der Nachhaltigkeit des Aufschwungs stärken dürfte. Letztlich würden die Analysten nur mit einer Erhöhung des Einlagesatzes um 15 BP auf -0,25% im September 2019 rechnen. Damit dürfte die EZB versuchen, die Belastungen für das Bankensystem zu reduzieren. Der Hauptrefinanzierungssatz dürfte indes unangetastet bleiben und bis Ende 2020 bei 0% verharren. (12.10.2018/alc/a/a)