OMV: Wachstumskurs für die nächsten sieben Jahre ausgerufen - Kaufempfehlung für Anleihen bestätigt


14.03.18 10:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI) bestätigen ihre Kaufempfehlung für die in 2021 erstmals rückzahlbare (ISIN XS0690406243 / WKN A1GV53) und die 2027 fällige Senioranleihe (ISIN XS0834371469 / WKN A1G9ZZ) der OMV AG (ISIN AT0000743059 / WKN 874341).

Die OMV AG (OMV; A-/Baa1) habe gestern Nachmittag Details zur neuen Strategie bis 2025 veröffentlicht. Während man seit 2015 die Kosten vor allem im Upstream-Bereich gesenkt, neue Felder erschlossen und auch Unternehmens-Aktiva-Bereinigungen seitdem durchgeführt habe, habe das Management einen Wachstumskurs für die nächsten sieben Jahre ausgerufen. So habe man dafür vier Stoßrichtungen identifiziert: Ausrichtung des Wachstums entlang des bereits bestehenden integrierten Geschäftsmodells; merkbarer Ausbau (Internationalisierung) bei Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Öl und Gas; eine starke Position im europäischen Gasmarkt; weitere Optimierung der Prozesse sowie Steigerung der Performance.

In Zahlen gegossen habe man sich ein EUR höheres als 5 Mrd. (2017: EUR 3 Mrd.) Ziel beim CCS operativen Ergebnis vor Sondereffekten gesetzt. Dies solle unter anderem mit einem Ausbau des Upstream-Geschäftes, ausgehend von der aktuellen bereits seit 2015 deutlich auf USD 8,8 pro Barrel Öläquivalent (Boe) gesenkten Kostenbasis (-42%), auf 600.000 Boe/Tag (2017: 348 Tsd. Boe/Tag) erfolgen. Neben bereits getätigten Zukäufen solle hierbei zu den bestehenden Kernregionen (CEE, Nordsee, Russland, Mittlerer Osten und Afrika) Australasien als die fünfte Kernregion entwickelt werden und Wachstum liefern. Zusätzlich zur Förderung sei eine Dreijahres-Ersatzrate von mehr als 100% angepeilt. Dies solle zu einer Verdoppelung der sicheren OMV-Reserven auf 2 Mrd. Boe bis 2025 führen.

Im Downstream-Geschäft möchte man die Wettbewerbsposition in Europa angesichts der abnehmenden Treibstoffnachfrage weiter stärken. Darüber hinaus würden in den Raffinerieverband Schwechat, Burghausen und Petrobrazi bis 2025 EUR 1 Mrd. für eine höherwertige Produktion investiert. Die Hälfte der Raffinerieproduktion solle nun über eigene Vertriebskanäle abgesetzt werden.

Für Gas sehe das OMV-Management weiterhin ein hohes Marktpotenzial und wolle sich hierbei als starker Marketplayer von Nordwest- bis Südosteuropa etablieren. Demnach habe auch der von OMV forcierte Bau der Nord Stream 2 Gaspipeline weiterhin eine hohe strategische Priorität. Um von global fehlenden Raffineriekapazitäten und steigender Nachfrage im Mittleren Osten und in Asien zu profitieren, beabsichtige OMV ihre eigenen zu verdoppeln. Hierbei plane das Unternehmen für internationales (Akquisitions-)Wachstum EUR 5 Mrd. bereitzustellen.

Konzernweit werde das M&A-Budget mit EUR 10 Mrd. bis 2025 beziffert. Darüber hinaus sollten bis dahin die jährlichen Investitionen bei EUR 2,0 bis 2,5 Mrd. liegen. Ein Kostensenkungsprogramm bis 2020 solle ausgehend von 2017 EUR 100 Mio. bringen. Entsprechend der Free Cashflow-Entwicklung als auch jener des operativen Ergebnisses beabsichtige das Management die Dividenden weiter zu erhöhen oder zumindest auf dem Niveau des Vorjahres zu halten. Aus Credit-Sicht von Interesse sei vor allem das auch in Zukunft gültige Ziel eines langfristigen Verschuldungsgrades niedriger als 30%.

Während der OMV-Aktienkurs gestern im Nachmittagsverlauf gegenüber dem Vortag etwas nachgegeben habe, sei bei den OMV-Anleihen eine neutrale bis leicht positive Kursentwicklung zu beobachten gewesen. Die gestern vorgestellte Wachstumsstrategie schätzen die Analysten der RBI bei erfolgreicher Implementierung als langfristig positiv für das Unternehmen ein. Nach einer Bereinigung und deutlicher Verbesserung des OMV-Credit-Profils in den letzten Jahren hat man nach Ansicht der Analysten der RBI in der Kennzahlenbetrachtung mit 2017 wohl den Höhepunkt für die nächsten Jahre gesehen. Angesichts der starken Cashflowgenerierung im aktuellen Ölpreisumfeld würden die Analysten die Auswirkungen auf das Finanzprofil vorerst dennoch für überschaubar erachten.

Ob die OMV die in 2011 begebene EUR 750 Mio. schwere Anleihe zum erstmaligen Kündigungsdatum (26. April 2018) tilgen werde, sei nach wie vor offen geblieben. Hierfür hätte das Unternehmen noch einige Tage (spätestens bis 30 davor) Zeit.

In Summe bleiben daher unsere Kaufempfehlungen für die in 2021 erstmals rückzahlbare als auch die 2027 fällige Senioranleihe unverändert, so die Analysten der RBI. (14.03.2018/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
111,23 € 111,16 € 0,07 € +0,06% 14.12./18:18
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XS0690406243 A1GV53 115,97 € 111,09 €
Werte im Artikel
41,85 plus
+0,92%
116,28 plus
+0,37%
111,23 plus
+0,06%