OMV-Anleihen: Ölpreisumfeld sollte sich unterstützend auswirken - Anleiheanalyse


01.12.17 11:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI) bestätigen ihre Verkaufsempfehlung für die in 2027 fällige 3,5% Senioranleihe (ISIN XS0834371469 / WKN A1G9ZZ) als auch eine Kaufempfehlung für die 5,25% Hybridanleihe (ISIN XS1294342792 / WKN A1Z6ZQ) der OMV AG (ISIN AT0000743059 / WKN 874341) auf Sicht von sechs Monaten.

Unterstützt von einem höheren Ölpreis als auch zuletzt in Q3 ein starkes Ergebnis im Segment Downstream zeige sich aktuell ein solides fundamentales Bild der OMV. So habe man trotz mengenmäßigen Verkaufsrückgangs an Raffinerieprodukten im Downstream (-36% vs. Q3 bwz. -18% vs. 9M 2017), v.a. durch den Verkauf der OMV Petrol Ofisi in Q4 2016, sowohl beim EBITDA als auch CCS EBIT im Jahresvergleich Zuwächse erzielen können.

Darüber hinaus habe sich der Produktionsbereich aus Libyen sowie eine stärkere Produktion aus Norwegen positiv auf die Gesamtförderung im Bereich Upstream ausgewirkt. Aufgrund der Aktivaverkäufe aus der Vergangenheit sowie einer soliden operativen Cashflowgenerierung (9M 2017: EUR 2,7 Mrd.) habe das Unternehmen mittlerweile per Bilanzstichtag 30. September 2017 über EUR 4,6 Mrd. an Barmittel verfügt, denen zum selben Zeitpunkt den Berechnungen der Analysten zufolge rund EUR 6,2 Mrd. an Finanzverbindlichkeiten gegenüberstünden.

Zuletzt verschreibe sich die OMV vermehrt in Richtung Angebote für Elektromobilität. Nachdem das Unternehmen bereits Ende April dieses Jahr den Einstieg (40%, restliche Anteile halten Verbund und Siemens) bei SMATRICS bekannt gegeben habe, sei zuletzt eine strategische Partnerschaft mit der aus Deutschland stammenden IONITY eingegangen worden. SMATRICS umfasse bereits ein Ladenetz von rund 400 Ladepunkten in ganz Österreich, wovon 49 an OMV Tankstellen zu finden seien. IONITY, ein Joint-Venture der BMW Gruppe, Daimler AG, Ford Motor Company sowie der Volkswagen Gruppe (inkl. AUDI und Porsche), plane bis 2020 rund 400 Schnellladestationen in Europa an Standorten von strategischen Partnern (Circle K, Tank und Rast, OMV) zu betreiben.

Die nächste Fälligkeit einer OMV-Senioranleihe stehe erst im November 2018 (EUR 750 Mio.) an. Darüber hinaus sei auch die in 2011 begebene OMV-Hybridanleihe (EUR 750 Mio.) im April 2018 mit dem erstmaligen Call-Datum versehen. In der Telefonkonferenz zu Q3 2017 habe das Unternehmens-Management kein Kommentar zu dieser möglichen Fälligkeit abgegeben. Aufgrund der im Anleiheprospekt vermerkten Ersetzungsabsicht bei Rückzahlung müsste das Unternehmen nicht zwingend die Hybridanleihe im Falle einer vorzeitigen Tilgung mit einem Eigenkapitalcharakter ähnlichen Instrument ersetzen.

Nach wie vor würden sich die OMV-Senioranleihen sowohl zur Ratingpeergroup (ICE BofA ML Euro Non-Financial Index) als auch der daraus resultierenden Sektorpeergroup (BP- und ENI-Anleihen) als fair bis teuer gepreist präsentieren. Angesichts der Bilanzstrukturverbesserungen in den letzten Quartalen als auch der Eigentümerstruktur betrachten die Analysten der RBI das als gerechtfertigt. Die Hybridanleihen seien ihrem Composite-Rating (BBB3) entsprechend nach wie vor auf der Peergroup-Kurve gepreist. Vor allem die 5,25% OMV-Hybridanleihe mit Call-Datum in 2021 erscheine in dieser Betrachtung am attraktivsten unter den drei OMV-Perpetuals.

Angesichts der Anzeichen einer Verlängerung der OPEC-Förderkürzung bis Ende 2018 sollte sich auch über die nächsten Quartale hinweg das Ölpreisumfeld unterstützend auf die Cashflowgenerierung der OMV auswirken. Darüber hinaus habe man bei der OMV von den in den letzten Quartalen durchgeführten operativen Anpassungen, Aktiva-Verkäufen sowie einer höheren Öl- und Gasförderung (zuletzt 341 Tsd. BOE/T) profitiert. Dies werde ebenso anhand der Entwicklung des Credit-Profils über die letzten Quartale ersichtlich.

Nach wie vor seien die beiden Ratings zur OMV unterschiedlich. Moody's habe im aktuellsten Rating Report vom 12. Juni 2017 zur OMV noch angemerkt, dass ein Rating Upgrade u.a. über die Ausweitung der Förderaktiva sowie bei einem hohen Retained Cash Flow in Relation zur Nettoverschuldung (im Bereich von 40%) erfolgen könnte. Dies könnte sich nach Ansicht der Analysten der RBI im Laufe des nächsten Jahres ergeben. Zwar würden für den 24,99%-Anteilskauf an dem Yuzhno Russkoye Feld rund EUR 1,75 Mrd. benötigt (Closing für Jahresende erwartet). Jedoch schätzen die Analysten der RBI angesichts des niedrigen Gearings, des hohen Bestandes an liquiden Mitteln sowie einer soliden operativen Entwicklung, die Wahrscheinlichkeit, dass die OMV die in April 2018 erstmals tilgbare 6,75% Hybridanleihe ohne deren Refinanzierung am Kapitalmarkt zurückzahlen wird, als mit deutlich über 50% ein.

Aus Total Return Überlegungen und auf Sicht von sechs Monaten sprechen die Analysten der RBI weiterhin eine Verkaufsempfehlung für die in 2027 fällige OMV-Senioranleihe als auch eine Kaufempfehlung für die OMV-Hybridanleihe mit erstmaligem Call-Datum 2021 aus. (01.12.2017/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
-   -   -   0,00% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XS0834371469 A1G9ZZ 123,88 € 119,15 €
Werte im Artikel
52,30 plus
+4,97%
-    plus
0,00%
113,77 minus
-0,07%