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Nullzinspolitik der FED de facto auf Jahre einzementiert


08.10.20 10:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Nachdem der US-Präsident die Verhandlungen über ein weiteres US-Fiskalpaket am Dienstagabend überraschend für beendet erklärt hat, ruderte Trump gestern zumindest etwas zurück, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Während der Stabschef im Weißen Haus sich skeptisch im Hinblick auf ein umfassendes Paket gezeigt habe, habe Trump den Kongress dazu aufgerufen, die bereits länger diskutierten abermaligen Hilfen für US-Airlines zu verabschieden. Ferner habe er sich offen für andere Einzelmaßnahmen (z.B. Einmalzahlungen an US-Haushalte) gezeigt. Mehrere kleine Schritte anstatt großer Sprung nach vorne könnte also die Devise bis zu den Wahlen sein. Dass weitere Fiskalmaßnahmen notwendig seien, sei gemäß Sitzungsprotokoll erwartungsgemäß das gemeinsame Verständnis der FOMC-Mitglieder bei der letzten Zinssitzung gewesen. Während die de facto Nullzinspolitik der FED gemäß eigener Guidance und Markteinschätzung auf Jahre einzementiert sei, sei der weitere Verlauf der Anleihekäufe weniger klar. Nennenswerte Diskussionen hinsichtlich einer Aufstockung des Volumens habe es laut Protokoll im September aber nicht gegeben.

Datenseitig sei gestern diesseits des Atlantiks der Industriesektor im Fokus gestanden. Habe der deutsche Auftragseingang (August) am Dienstag noch die Erwartungen übertreffen können, habe die Industrieproduktion (August) den Konsens auf dem falschen Fuß erwischt (-0,2% p.m. vs. +1,5% p.m. erwartet), das Minus im eigentlichen Industriesektor sei mit -0,7% p.m. sogar noch etwas deutlicher ausgefallen. So oder so zeichne sich für Q3 aber ein beachtlicher Rebound ab, bei Stagnation im September würden sich das Plus auf immerhin 13% p.q. belaufen.

Heute stünden abgesehen von den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe keine relevanten Daten auf der Agenda. (08.10.2020/alc/a/a)