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Novomatic: Zwei Senior Anleihen sowie ausgenutzte Kreditlinien stellen wesentliche Finanzierungsbausteine dar


15.10.20 12:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Als vertikal integrierter Produzent und Betreiber zählt die Novomatic AG zu den größten Gaming-Technologiekonzernen der Welt, so der Finanzanalyst Georg Zaccaria von der Raiffeisen Bank International AG (RBI) Wien.

Neben der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von Glücksspielprodukten, Lotterietechnologie- und vernetzten Systemlösungen würden rund 1.940 Spielstätten betrieben. Darüber hinaus sei der von S&P mit BB+ geratete Konzern im Online Bereich als Betreiber von lizenzierten Spielplattformen engagiert. Die nicht börsennotierte Aktiengesellschaft gliedere sich dabei in die Bereiche Gaming Operations (61% der Umsätze im H1 20) sowie Gaming Technology (39%) mit regionalen Schwerpunkten in Deutschland (33%), Österreich (14%), Italien (10%) und Großbritannien (6%). Gegründet im Jahr 1980 durch Johann Graf beschäftige der Glückspielkonzern mit Hauptsitz in Gumpoldskirchen, Österreich derzeit rund 21 Tsd. Mitarbeiter.

Die COVID-19 Pandemie habe sich aufgrund von temporären Schließungen der Spielbetriebe sowohl auf das Gaming Operations Segment als auch, resultierend aus dem Revenue-Share Modell und geringeren Absätzen von Geldspielgeräten, auf das Gaming Technology Segment negativ ausgewirkt. Vor diesem Hintergrund hätten die Umsätze im H1 20 in Höhe von EUR 805 Mio. um rund 36% unter dem H1 2019 gelegen. Profitieren können habe hingegen der Online Bereich mit einem Umsatzplus von 51% (EUR 93 Mio.). Das EBITDA habe sich um -56% auf EUR 131 Mio. reduziert, während das EBIT in Höhe von EUR -99 Mio. negativ gewesen sei.

Auf Cashflow-Ebene habe dem niedrigeren Ergebnis im H1 20 durch effizienteres WC Management etwas entgegengewirkt werden können, resultierend in einem operativen Cashflow in Höhe von EUR 119 Mio. (H1 19: EUR 243 Mio.). Die Capex seien gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert worden, wodurch der Free Cashflow den Berechnungen der Analysten zufolge in Höhe von EUR -28 Mio. nur leicht negativ gewesen sei. Darüber hinaus sei eine Dividende in Höhe von EUR 55 Mio. ausgezahlt worden. Für das verbleibende Geschäftsjahr gehe das Novomatic-Management davon aus, dass unter der Annahme eines positiven COVID-19 Verlaufs, im Laufe des Q3 20 wieder sämtliche Standorte in Betrieb genommen werden könnten. Per Ende Juni seien über 80% geöffnet gewesen.

Die Bruttoverschuldung habe per 30. Juni 2020 bei EUR 2,5 Mrd. gelegen. Wesentliche Finanzierungsbausteine würden dabei zwei Senior Anleihen mit Fälligkeit in 2021 (EUR 200 Mio.) und 2023 (EUR 500 Mio.) sowie ausgenutzte Kreditlinien in Höhe von 440 Mio. darstellen. Demgegenüber stünden liquide Mittel in Höhe von EUR 816 Mio. (davon in Glücksspielautomaten gebunden EUR 132 Mio.), die auch von dem Verkauf der Anteile an der Casinos Austria AG am 26. Juni profitiert hätten und ungenutzte Kreditlinien in Höhe von EUR 560 Mio. Das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA habe sich den Berechnungen der Analysten zufolge auf 3,2x belaufen und die Net Gearing Ratio habe bei 147% gelegen. Bei im Rahmen von laufenden Finanzierungen einzuhaltenden finanziellen Covenants bestehe derzeit mit einer Leverage Ratio von 3,0x und einer Eigenkapitalquote in Höhe von 28% noch Spielraum zu den Grenzwerten von weniger als 4,625x bzw. mehr als 15%. (15.10.2020/alc/a/a)