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Notenbanksitzungen von FOMC, Bank of England und Bank of Japan sowie eine Fülle neuer US-Indikatoren


15.09.20 09:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nach einer recht datenarmen Woche folgt in den kommenden Tagen eine Vielzahl an Veröffentlichungen neuer marktrelevanter Indikatoren - im Grunde fast ausschließlich aus den USA, so Dr. Tobias Basse und Bernd Krampen von der NORD/LB.

Im Fokus stünden dabei die Industrieproduktion, die Einzelhandelsumsätze, die Baudaten, zwei regionale FED-Unternehmensumfragen sowie das Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan. Am Dienstag erwarte man die US-Industrieproduktion mit einem Anstieg um 1% M/M etwas weniger solide als im Vormonat, am Mittwoch die US-Einzelhandelsumsätze mit einem Plus von 0,8% M/M, am Donnerstag die Baubegine und -genehmigungen wenig verändert zum Vormonat sowie am Freitag den Michigan-Index bei 74,8 Punkten. Das Fazit all dieser Daten dürfte lauten, dass der Erholungsprozess in den USA fortgesetzt werde, wenngleich in einem zunehmend moderateren Tempo als noch in den vergangenen Monaten. Das dürften auch die beiden regionalen Stimmungsumfragen der FED von New York und Philadelphia bestätigen, welche kaum Veränderungen aufweisen sollten.

Datenhighlight in Deutschland sei die Bekanntgabe der ZEW-Umfrage am Dienstag. Dabei würden die Analysten der NORD/LB mit einem Anstieg der ZEW-Lagebeurteilung auf -72,8 Punkte und der ZEW Konjunkturerwartungen auf 74,0 Punkte rechnen. Zudem würden die Federal Reserve, Bank of England (BoE) und Bank of Japan (BoJ) tagen, bei denen aber mit keinen Zinsanpassungen zu rechnen sei. Spannend werden dürften die FOMC-Projektionen, die erstmals für 2023 veröffentlicht würden, sowie die anschließende Pressekonferenz mit Jerome Powell. Insbesondere seine Äußerungen zu der angekündigten Anpassung hin zum "flexiblen durchschnittlichen Inflationsziels" würden von Interesse sein. Bei der BoE werde man sicherlich auf Anmerkungen zum Brexit und dem konjunkturellen Ausblick achten. Auf Jahre unverändert niedrige Leitzinsen sollte gesetzt werden. Diese Einschätzung bremse derzeit auch jeden signifikanten Anstieg bei den Kapitalmarktzinsen, die tendenziell auf Sicht der nächsten Quartale aber dennoch im Zuge einer konjunkturellen Stabilisierung moderat aufwärts gerichtet sein sollten. (Ausgabe 38 vom 14.09.2020) (15.09.2020/alc/a/a)