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Notenbanker mahnen zur Vorsicht


16.11.20 11:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Sehr aktiv waren in der vergangenen Woche die Notenbanker der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Kommentaren unter anderem von Christine Lagarde, Klaas Knot und Madis Muller, die alle darauf hindeuteten, dass die Zentralbank bei ihrem Treffen im Dezember noch alle Optionen auf dem Tisch hat, so die Analysten von Postbank Research.

Während Klaas Knot eine Zinssenkung nicht habe ausschließen wollen, indem er betont habe, dass keine einzige Option im Entscheidungsprozess undenkbar sei, habe EZB-Präsidentin Lagarde den Schwerpunkt auf das PEPP, das Pandemie-Notkaufprogramm, und die TLTROs als äußerst wirksame und flexible Instrumente während der Krise gelegt. Auf einem von der EZB veranstalteten Panel hätten sich neben Lagarde auch FED-Präsident Powell sowie der Gouverneur der Bank of England Bailey geäußert. Die Reden hätten verdeutlicht, dass die großen Notenbanken die Bedenken teilen würden, dass ein möglicher Covid-19-Impfstoff die wirtschaftlichen Herausforderungen der Pandemie nicht zeitnah beenden würde.

Powell habe auf die kurzfristigen Risiken hingewiesen, während Lagarde davor gewarnt habe, angesichts der Impfstoffmöglichkeiten "überschwänglich" zu werden. Bailey habe die Nachrichten als "ermutigend" bezeichnet. Der US-Dollar habe die Woche schwächer gegenüber dem Euro beendet. Dass der Konsumentenvertrauensindex der Uni of Michigan nach drei Anstiegen in Folge deutlich auf 77 Punkte zurückgegangen und damit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, habe den Trend im Tagesverlauf verstärkt. (16.11.2020/alc/a/a)