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Notenbanken geben den Takt vor


08.02.18 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Nervosität an den Finanzmärkten ist seit dem Kursbeben am Montag hoch - trotz der anschließenden Erholung und der Versuche zahlreicher FED-Vertreter, zu einer Marktberuhigung beizutragen, so die Analysten der Helaba.

Heute stünden Reden unter anderem von Harker und Kashkari auf dem Programm. Beide würden ebenfalls bemüht sein, Spekulationen einzudämmen, wonach die Zinsen in den USA stärker steigen könnten als bislang signalisiert. Dies dürfte dem Präsidenten der FED von Philadelphia, Harker, sicherlich nicht schwerfallen, denn er habe bislang ohnehin nur für zwei Erhöhungen in diesem Jahr plädiert. Nach Ansicht von Kashkari, FED-Präsident von Minneapolis, sei der Anstieg der Stundenlöhne kein Grund für stärkere Leitzinserhöhungen. Der Einfluss beider Notenbanker auf die Finanzmärkte könnte aber begrenzt sein, denn es gelte zu berücksichtigen, dass sie derzeit ohne Stimmrecht seien.

Auch in der Eurozone richte sich der Blick auf die Notenbank, denn es stünden ebenfalls diverse Reden im Kalender. Insgesamt sollte die Ansicht bestätigt werden, dass es die Notenbank mit der geldpolitischen Wende nicht besonders eilig habe. Es könne nicht im Interesse der EZB sein, den monetären Stimulus zu früh und zu schnell zurückzufahren, da sonst die Korrektur an den Aktienmärkten beschleunigt würde und es zu einem weiteren deutlichen Renditeanstieg kommen könnte. Dies hätte negative Folgen für die Konjunktur. Selbst Bundesbankpräsident Weidmann, der Befürworter einer eher restriktiven Geldpolitik sei, halte rasche Zinsänderungen für unwahrscheinlich.

EZB-Chefvolkswirt Praet, der heute ebenfalls ans Rednerpult trete, habe sich zuletzt dafür ausgesprochen, die Käufe der Anleihen erst dann zu beenden, wenn ein überzeugender Aufwärtstrend bei der Inflation zu beobachten sei. Die Ziele der EZB seien noch nicht erreicht. Für Villeroy de Galhau sei die Frage nach dem Stopp des QE-Programms Ende September oder eines anschließenden Zurückfahrens nicht entscheidend. Wichtiger seien der Zinsausblick und die Reinvestition auslaufender Papiere.

Erwähnenswert sei heute noch die Bank von England, die ihre geldpolitischen Beschlüsse bekanntgeben werde. Mit einer Veränderung sei nicht zu rechnen und auch der Inflationsreport sollte nicht dazu beitragen, Zinserhöhungserwartungen zu forcieren. Konjunkturelle Datenveröffentlichungen seien gemischt ausgefallen. Zudem stelle der Brexit weiterhin eine Gefahr für die wirtschaftliche Stabilität des Landes dar. (08.02.2018/alc/a/a)