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Notenbanken betonen die (Corona-)Risiken für die Konjunktur


17.11.20 10:00
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Trotz der deutlichen wirtschaftlichen Erholung im 3. Quartal verdeutlichten beim jährlichen Notenbankforum der Europäischen Zentralbank in der vergangenen Woche sowohl EZB-Präsidentin Christine Lagarde als auch der Chef der US-Notenbank FED, Jerome Powell, die weiterhin bestehenden konjunkturellen Risiken, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL AG.

Vor diesem Hintergrund würden beide Notenbanken ihre expansive geldpolitische Ausrichtung auf absehbare Zeit beibehalten. Auch die Fiskalpolitik dürfe nicht zu früh die unterstützenden Maßnahmen zurückfahren, so Lagarde und Powell unisono. Das Kernrisiko bleibe die Corona-Pandemie. Die Eurozone werde durch die erneuten Shutdown-Maßnahmen im 4. Quartal voraussichtlich ein negatives Wachstum aufweisen. Für Deutschland könnte es gerade noch für ein Nullwachstum reichen. In den USA hingegen hätten die Einkaufsmanagerindices zuletzt eine weiter dynamische wirtschaftliche Entwicklung angedeutet - trotz über 130.000 Neuinfektionen an einem Tag. Anders als in Europa seien bisher keine flächendeckenden Gegenmaßnahmen implementiert worden, was von der Trump-Administration auch künftig kaum zu erwarten sei. Das helfe zwar kurzfristig der Wirtschaft, erhöhe aber das Risiko, dass Konsum und Investitionen in den kommenden Wochen aufgrund einer zunehmenden Verunsicherung der Bevölkerung leiden würden. Bis zum Jahresende dürften daher vorerst weiter exportorientierte Unternehmen mit einem Fokus auf China im Vorteil sein. (17.11.2020/alc/a/a)