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Notenbanken agieren vorsichtig


10.09.21 08:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Mitglieder im Offenmarktausschuss der US-Notenbank Federal Reserve (FED) ringen um den richtigen Zeitpunkt, das Anleihekaufprogramm zu drosseln (tapern), so die Analysten von Postbank Research.

Laut FOMC-Sitzungsprotokoll könnte nach Meinung rund der Hälfte der stimmberechtigten Governors das Tapering noch in diesem Jahr beginnen. Auch FED-Präsident Jerome Powell sehe das so. Auf dem Jackson-Hole-Symposium habe er noch einmal bestätigt, dass es "angemessen sein könnte, das Tempo der Wertpapierkäufe in diesem Jahr zu reduzieren, wenn sich die Wirtschaft im Großen und Ganzen wie erwartet entwickelt." Die größte Notenbank der Welt bereite die Märkte mit ihrer Forward Guidance behutsam auf eine Straffung der US-Geldpolitik vor.

In der Eurozone würden die Preise kräftig anziehen. Noch halte die Europäische Zentralbank (EZB) dies für ein temporäres Phänomen. Inzwischen sähen die EZB-Ratsmitglieder aber das Risiko, dass die Inflation im Euroraum nicht nur kurz-, sondern auch mittelfristig höher als erwartet ausfallen könnte, heiße es im Protokoll der letzten Notenbanksitzung. Die EZB dürfte frühestens 2025 die Leitzinsen anheben, könnte aber noch dieses Jahr das Tempo ihrer Anleihekäufe über das Krisenprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) drosseln. Robert Holzmann, EZB-Ratsmitglied und Chef der österreichischen Notenbank, stelle die Pandemie-Hilfe infrage und plädiere öffentlich für eine vorzeitige Senkung der PEPP-Käufe. (Perspektiven September 2021) (10.09.2021/alc/a/a)