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Notenbanken: Der Wind hat gedreht!


02.11.21 11:00
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Australien überraschte am Freitag die Devisenhändler, indem die Notenbank die Steuerung der Zinskurve für beendet erklärte, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Der Schritt sei, in diesem Tempo, unerwartet gekommen und sei ein deutliches Zeichen, dass die Reserve Bank of Australia (RBA, Notenbank von Australien) das Anleihenkaufprogramm bald (wahrscheinlich Q1 2022) beenden werde. Anpassungen habe es in den letzten Monaten regelmäßig gegeben.

Generell sei zu beobachten, dass sich in den Reihen der großen Notenbanken der Wind gedreht habe. Die Stimmen für Zinsanpassungen würden lauter. Die Ursache für den Sinneswandel würden die gestiegenen Energiepreise liefern. So passe es auch ins Bild, dass am Freitag Inflationsschätzungen bzw. -umfragen aus Europa und den USA veröffentlicht worden seien. Die Inflationsschätzung für Oktober in Europa habe, zumindest die Politik und die Notenbank, mit einem Wert von +4,1% überrascht. In den USA habe die Umfrage der Universität Michigan mit dem Titel "Inflationserwartung für die nächsten zwölf Monate" mit einem Wert von +4,8% überrascht. Vorübergehende Inflation sehe anders aus.

Fakt sei, beide Notenbanken, die FED als auch die EZB, würden das gegenwärtige Anleihenkaufprogramm anpassen bzw. den Leitzins anheben. Im Umsetzungstempo würden sich die beiden Notenbanken allerdings deutlich unterscheiden. Die USA würden noch im November die ersten Signale setzen und vermutlich im ersten Halbjahr 2022 den Leitzins anpassen. Die EZB sei hier deutlich konservativer. Das Währungspaar EUR/USD spiegele die defensive Haltung der EZB bzw. die offensive Einstellung der FED wider. Ein Anhalten der US-Stärke sei zu erwarten. Kurse in EUR/USD von 1,1450 seien wahrscheinlich. (02.11.2021/alc/a/a)