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Norwegische Inflation hat den Höhepunkt überschritten


11.11.20 12:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsrate in Norwegen stieg im Oktober leicht an, von 1,6 Prozent im Vormonat auf 1,7 Prozent, so die Analysten von Postbank Research.

Die für die Geldpolitik bedeutsame Kerninflationsrate, bei der steuerbedingte Preisänderungen und der Energiesektor herausgerechnet würden, habe ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte zugenommen. Sie befinde sich mit 3,4 Prozent immer noch weit oberhalb des Zwei-Prozent-Ziels der Notenbank, auch wenn der Höhepunkt mit 3,7 Prozent im August überschritten worden sein dürfte. Höhere Güterpreise seien bis zuletzt ein Haupttreiber der Inflationsentwicklung geblieben. Hier mache sich vor allem immer noch die vorangegangene starke Abwertung der Norwegischen Krone bemerkbar, was zu einer deutlichen Verteuerung importierter Produkte geführt habe. Aber auch die Preise der im Inland produzierten Güter hätten zuletzt angezogen, während die Preise für Dienstleistungen nachgegeben hätten.

Die Notenbank erwarte in den kommenden Monaten einen weiteren Rückgang der Inflationsrate. Der Abwertungseffekt sollte allmählich auslaufen, gleichzeitig dürfte die hohe Arbeitslosigkeit in Verbindung mit einer geringen Lohndynamik für wenig Aufwärtsdruck bei den Preisen sorgen. Solange sich die Inflation weiterhin im Einklang mit den Erwartungen der Notenbank entwickele, sei keine Änderung beim geldpolitischen Kurs zu erwarten. Vor diesem Hintergrund halte die Deutsche Bank eine Aufwertung der Krone gegenüber dem Euro für wahrscheinlich, wobei auch ein leicht höherer Ölpreis stützen sollte. (11.11.2020/alc/a/a)