Norwegen: Aussicht auf Leitzinsanhebung durch Notenbank in 2022


01.02.21 10:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - In Norwegen stieg die Industrieproduktion im November gegenüber dem Vormonat um 1,8 Prozent, so die Analysten von Postbank Research.

Dass dies keine Eintagsfliege bleiben müsse, habe der Industrie-Einkaufsmanagerindex gezeigt, der im Dezember mit 51,9 Punkten im expansiven Terrain geblieben sei.

Eine robuste wirtschaftliche Entwicklung Ende 2020 sei auch durch die BIP-Zahlen im November bestätigt worden. Zwar sei das BIP auf dem norwegischen Festland, das die volatile Energie- und Fischereiindustrie unberücksichtigt lasse, im Monatsvergleich um 0,9 Prozent zurückgegangen. Allerdings sei der Rückgang deutlich niedriger ausgefallen als von Experten erwartet worden sei und bestätige damit, dass die Wirtschaft den strengeren virusbedingten Beschränkungen relativ gut standgehalten habe.

Im Dezember sei die Inflationsrate auf 1,4 Prozent gestiegen, von 0,7 Prozent im November auf 1,4 Prozent und habe damit die Konsenserwartung übertroffen. Noch wichtiger sei allerdings, dass das präferierte Inflationsmaß der Norges Bank, das die direkten Auswirkungen von Zinsänderungen ausschließe, im Dezember ebenfalls leicht angestiegen sei und nun seit einem Jahr über dem Zielwert von zwei Prozent liege.

Die Norwegische Krone (NOK) profitiere daher von der Aussicht, dass die Norges Bank eine der ersten Notenbanken weltweit sein dürfte, die - mutmaßlich - Mitte kommenden Jahres die Leitzinsen erhöhen könnte. In den kommenden sechs Monaten dürfte sich die NOK daher gegen einen starken Euro behaupten und der EUR/NOK (10,33; Stand: 25.01.2021) bei 10,25 liegen. (Ausgabe Währungsbulletin Februar 2021) (01.02.2021/alc/a/a)