Neues von US-amerikanischen und europäischen Notenbankern?


05.10.17 09:00
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die gestern veröffentlichten Konjunkturdaten sowohl aus den USA als auch dem Euroraum fielen durchweg erfreulich aus, so die Analysten der National-Bank AG.

Die Markit Einkaufsmanagerindices für verschiedene Euroländer hätten ihr hohes Niveau behaupten können. Der Fortsetzung des Aufschwungs im Euroraum stehe also "eigentlich" nichts im Weg. In Spanien würden sich die konjunkturellen Aussichten allerdings eintrüben, denn an der dortigen Wirtschaft werde die Abspaltungsbewegung der Katalanen nicht spurlos vorüber gehen. Erste, bislang in Katalonien ansässige Unternehmen sollten bereits die Reißleine gezogen haben und würden aus der Region abwandern. Viele Unternehmen sollten Pläne entwickelt haben, wie sie auf eine Unabhängigkeitserklärung der Region reagieren würden. Vermutlich würden auch sie abwandern und sich im besten Fall in einem anderen Teil Spaniens niederlassen.

Dass die Effekte wahrscheinlich nicht unmittelbar spürbar würden, dürfte vor allem am boomenden Tourismus liegen. Längerfristig dürfte der Abspaltungsversuch jedoch wirtschaftlichen Schaden anrichten und das nicht nur in Katalonien. Heute werde das spanische Schatzamt diesen "Schaden" bereits zu spüren bekommen. Für die geplanten Refinanzierungen werde der spanische Staat deutlich tiefer in die Taschen greifen müssen als noch vor einigen Tagen. Die Investoren würden zusätzliche Risikoprämien verlangen. Und es sei sehr wahrscheinlich, dass diese zusätzliche Risikoprämie erst einmal von Dauer sein werde. Schließlich zeichne sich zurzeit für den Konflikt im Land keine Lösung ab. Beide Seiten dürften erst einmal auf ihren Positionen verharren.

In den USA habe gestern vor allem der ISM für das Dienstleistungsgewerbe hervorgestochen. Der Indikator habe einen Sprung nach oben gemacht. Die Branche schaue sehr optimistisch in die Zukunft. Nichtsdestotrotz fehle es weiterhin an harten Daten, die diesen Optimismus rechtfertigen würden. Immerhin könnten die Auftragseingänge für die Industrie einen Fingerzeit liefern, dass der Aufschwung in diesem Teil der Wirtschaft ankomme. Bislang seien die Auftragseingänge jedoch immer durch Sondereinflüsse verzerrt worden. Außerdem sei sicher das Protokoll der letzten Tagung des EZB-Rats von Interesse. Wer darauf hoffe, mehr Informationen zum Thema QE zu bekommen, werde enttäuscht werden. In dieser Frage werde das Protokoll wenig konkret bleiben und damit lediglich die Aussagen des EZB-Chefs auf der Pressekonferenz untermauern.

Neue Informationen von den europäischen Notenbankern würden ebenfalls Fehlanzeige sein. Sie würden allenfalls betonen, dass man den geldpolitischen Stimulus reduzieren könne. Von den US-Notenbankern werde es nichts Neues geben. Der nächste Leitzinsschritt im Dezember bleibe möglich, sei aber keine ausgemachte Sache. Und auch die Spekulationen über Janet Yellens Nachfolge dürften ins Kraut schießen. Mal sehen, welche Namen als nächstes ins Spiel gebracht würden. Mehrwert für Investoren würden diese Informationen nicht bringen. Viel interessanter wäre es zu erfahren, wann und mit wem die zahlreichen vakanten Positionen im Board of Governors der FED besetzt werden sollten. Erst das gäbe ein vollständiges Bild über die künftige Geldpolitik.

Beeinflusst von den politischen Problemen in Spanien dürfte der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) gut behauptet in den Tag starten. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 160,50 und 162,00 bewegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,26 und 2,39% schwanken. (05.10.2017/alc/a/a)





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