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Neues Stimmungstief in Polen


05.05.20 08:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Corona-Krise hat nun auch die polnische Industrie mit voller Wucht getroffen, so die Analysten von Postbank Research.

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei im April um 10,5 Punkte auf ein neues Rekordtief von 31,9 Punkten gefallen. Die Stimmung habe sich damit auch deutlich stärker als von Analysten erwartet verschlechtert. Gleichzeitig weise der Index in Polen nun sogar ein geringeres Niveau auf als in der Eurozone. Alle wichtigen Subindices wie der für die Produktion und die Auftragseingänge hätten einen massiven Einbruch verzeichnet und lägen auf neuen Rekordtiefs. Auf dem aktuellen Niveau deute der Einkaufsmanagerindex auf einen Rückgang der Industrieproduktion um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr hin. Das wäre eine massive Beschleunigung gegenüber dem Minus von 2,3 Prozent, das für den Output im März gemeldet worden sei.

Obwohl sich die Inflation mit 3,4 Prozent zuletzt noch am oberen Rand des geldpolitischen Zielwertes befunden habe, dürfte die Notenbank den Leitzins daher weiter reduzieren, um die ökonomischen Folgen der Pandemie abzufedern. Die Veröffentlichung habe keinen nachhaltigen Einfluss auf den EUR/PLN (Polnischer Zloty)-Wechselkurs gehabt, der sich seit Anfang April in einem relativ engen Seitwärtsband bewege. Trotz einer erwarteten Lockerung der Geldpolitik in Polen sehe die Postbank für den Zloty auf Jahressicht moderates Erholungspotenzial zum Euro. (05.05.2020/alc/a/a)