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Netto-Devisenreserven der Türkischen Zentralbank erreichen den niedrigsten Stand seit März 2004


12.10.20 12:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Türkische Lira steht am Devisenmarkt weiterhin unter Druck, so die Analysten von Postbank Research.

Abermals sei die Türkische Lira gegenüber dem Euro am letzten Handelstag der Woche auf ein Rekordtief gefallen. Am Markt seien nicht nur die geopolitischen Spannungen als Begründung für den Preisverfall aufgeführt worden. Vielmehr dürfte nach Einschätzung einiger Analysten auch die Meldung über schwindende Devisenreserven für den Abverkauf verantwortlich sein. Laut jüngsten Daten hätten die Netto-Devisenreserven der Türkischen Zentralbank den niedrigsten Stand seit März 2004 erreicht und Anfang Oktober nur noch 16,8 Milliarden US-Dollar betragen. Insbesondere durch die vergeblichen Devisenmarktinterventionen im Juni und Juli seitens der Zentralbank seien die Reserven belastet worden. Schätzungen zufolge habe die Türkei in diesem Jahr rund 80 Milliarden US-Dollar an Reserven für die erfolglose Kursstabilisierung der Türkischen Lira verbraucht. Allerdings würden sich auch erste Erfolge der restriktiven Geldpolitik auf die Leistungsbilanz zeigen.

Durch die Leitzinsanhebung Ende September seien die durchschnittlichen Finanzierungskosten der Geschäftsbanken gestiegen und das Konsumentenkreditwachstum habe abgebremst werden können. Zudem sei das Interesse ausländischer Investoren an türkischen Aktien und Anleihen zuletzt wieder etwas angewachsen, was anhand von Zuflüssen aus dem Ausland erkennbar sei. Nichtsdestotrotz bleibe der Außenwert der Türkischen Lira bis auf Weiteres schwankungsanfällig - ganz besonders gegenüber geopolitischen Entwicklungen. (12.10.2020/alc/a/a)