Negative Leitzinsen in Großbritannien?


20.05.20 09:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Rückgang der britischen Arbeitslosenquote von 4,0 auf 3,9 Prozent im März ist wenig aussagekräftig, reagierte die Regierung doch erst im April mit umfangreichen Shutdown-Maßnahmen auf die Corona-Pandemie, so die Analysten von Postbank Research.

Interessanter sei die Zahl der Stellensuchenden, die bereits für April vorliege. Sie sei um 857 Tausend auf 2,1 Millionen gestiegen - ein Rekordanstieg. Der bislang kräftigste Zuwachs seit den 1970er-Jahren habe bei 143 Tausend in der Rezession 2009 gelegen. Bereits im April dürften 465 Tausend Jobs verloren gegangen sein, womit die Arbeitslosenquote in den kommenden Monaten durchaus auf sechs bis neun Prozent steigen könnte. Nicht nur deswegen werde derzeit viel über weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der Bank of England (BoE) spekuliert.

Seit dieser Woche sei am Markt nun sogar erstmals ein negativer Leitzins für Großbritannien für Dezember dieses Jahres eingepreist. Auslöser seien Äußerungen BoE-Offizieller in den vergangenen Tagen gewesen, die möglichen positiven Wirkungen eines negativen Leitzinses nicht hätten widersprechen wollen. Auch weil diesbezüglich unter den britischen Währungshütern Uneinigkeit zu bestehen scheine, gehe die Deutsche Bank aber zunächst nicht von einem solchen Schritt aus. Wahrscheinlicher sei, dass die Notenbank zunächst das Volumen ihrer Anleiheankäufe erhöhe. Der EUR/GBP notiere aktuell im Bereich von 0,90 und damit an seinem Höchststand seit Ende März. (20.05.2020/alc/a/a)




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