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Nationalbank von Ungarn bleibt bei ihrer lockeren Geldpolitik


08.09.17 11:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Das ungarische Statistikamt veröffentlicht heute die Daten zur Preisentwicklung in Ungarn im August 2017, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Im Juli hätten die allgemeinen Preissteigerungen mit einer Jahresrate von 2,1% wieder im Toleranzband von jeweils einem Prozentpunkt um das von der Notenbank angestrebte Inflationsziel von 3% gelegen. Für den jetzigen Berichtsmonat würden mehrheitlich um 2,5% höhere Verbraucherpreise als im Vorjahresmonat erwartet. Der Grund für den etwas höheren Anstieg seien voraussichtlich, wie im Juli, die Ausgaben für Nahrungsmittel und Dienstleistungen. Umgekehrt würden sich die Effekte der Preiserhöhungen für Kraftstoffe zum Jahresbeginn zunehmend abschwächen. Für einen auch künftig gebremsten Preisdruck würden auch die inzwischen wieder langsamer steigenden Produzentenpreise sprechen.

Die Analysten würden für das laufende Jahr eine mittlere Inflation von 2,2% (2018: 2,4%) unterstellen. Da sich die Inflation im Zielband befinde, würden Ungarns Währungshüter wohl bei einer Fortsetzung ihrer lockeren Geldpolitik bleiben. Deshalb würden die Analysten bis Ende 2018 den Leitzins unverändert auf dem historisch niedrigen Stand von 0,90% erwarten. Insgesamt bewege sich die Teuerung inzwischen aber auf höheren Niveaus als im vergangenen Jahr, was gleichbedeutend mit stark negativen Realzinsen sei. Mit vergleichsweise fest verankerten Renditen kurzfristiger ungarischer Staatsanleihen würden bei steigenden Inflationsraten höhere Renditen bei langlaufenden Papieren drohen. Ein Risiko, das vermutlich maßgeblich die Attraktivität der Papiere für Anleger schmälere. (08.09.2017/alc/a/a)