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Nachrichten zu Covid, Impfungen belasten Stimmung - Benchmarkanleihen profitieren


02.02.21 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - In der vergangenen Woche sorgte eine Häufung an weniger positiven Nachrichten dafür, dass die Stimmungslage vieler Marktteilnehmer auf Sicht von drei bis sechs Monaten von verhalten optimistisch auf zunehmend skeptisch schwang, so Dr. Tobias Basse und Bernd Krampen von der NORD/LB.

Zumindest zwischenzeitlich hätten die Geschehnisse um die nicht optimal gestarteten Impfkampagnen in Europa, Verwirrungen um Impfhersteller, die Fragen nach möglichen Aktienmarktblasen und Übertreibungen bei Einzelwerten sowie die Virus-Mutationen für eine Rückkehr zum Risk-Off-Modus geführt, wovon Staatsanleihen beiderseits des Atlantiks hätten profitieren können. Während die Rendite zehnjähriger US-Treasuries kurzzeitig sogar die Marke von 1,00% unterschritten habe, sei jene der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen bis -0,55% gefallen.

Auch auf Sicht der nächsten Wochen dürften die Verunsicherungen kaum geringer werden und damit immer wieder jegliches Anstiegspotenzial der Renditen ausbremsen. Sofern nicht alle Impfstoffe letztlich doch nicht wirksam seien, sollte aber im Frühsommer der konjunkturelle Aufschwung Fahrt aufnehmen. Dann sollten auch die Renditen - zumindest in den USA - ihren begonnenen Aufwärtstrend langsam fortsetzen.

Ansonsten sei der Blick auch auf anstehende Konjunkturindikatoren gerichtet. Wie zu Monatsbeginn üblich seien dabei die Umfrageergebnisse des ISM im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor sowie die Daten zum US-Arbeitsmarkt von besonderem Interesse. Nach dem unerwartet deutlichen Anstieg des ISM PMI über die Marke von 60 Punkten dürfte sich heute für den Berichtsmonat Januar wieder ein leichtes Nachgeben unter diese Marke (auf 59 Punkte) ergeben haben. Den ISM PMI Non-Manufacturing am Mittwoch würden die Analysten der NORD/LB auch etwas niedriger erwarten, aber weiterhin unverändert deutlich im Expansionsbereich (bei 56 Punkten). Schwer abschätzbar seien die neu geschaffenen Stellen am Freitag: Nach dem Abbau im Dezember um -140.000 (der vor allem aus dem Freizeit- und Gastronomiebereich hergerührt habe) würden die Analysten der NORD/LB für den Januar von einem minimalen Plus ausgehen (um 50.000 Stellen). Die Arbeitslosenquote dürfte bei 6,7% verharren.

Notenbanksitzungen fänden der Reserve Bank of Australia (Dienstag) und der Bank of England (Donnerstag) an, ohne dass aber mit deutlichen Veränderungen zu rechnen sei. (Ausgabe 5 vom 01.02.2020) (02.02.2021/alc/a/a)