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Nachranganleihen mit hoher Performance


07.12.17 12:15
HANSAINVEST

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Höhere Zinsen sind eine Belohnung, aber auch ein Warnsignal. Und damit Anlass, hinter die Kulissen zu schauen, so die Experten der Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH.

Für Andreas Dimopoulos, Fondsmanager des HANSArenten Spezial, sei dieser Anlass ein Dauerzustand. Denn sein Fonds konzentriere sich auf Nachranganleihen - also höherverzinsliche Wertpapiere, deren Käufer im Insolvenzfall in der Gläubigerkette nur noch vor den Aktionären stünden, im Extremfall also wenig bis gar kein Geld mehr sehen würden.

"Wir sind in einem Segment unterwegs, das nicht auf den Kauflisten der EZB steht. Das hat in der jetzigen Marktphase den Vorteil, dass wir nicht mit einem schier übermächtigen Nachfrager konkurrieren. Und sollte die EZB in den klassischen Rentensegmenten eines Tages ihre Nachfrage spürbar herunterfahren oder gar einstellen, wird das Segment der Nachranganleihen davon nur mittelbar betroffen sein", erkläre Dimopoulos. Denn lediglich etwa 20% des heutigen Renditeniveaus von Nachranganleihen würden auf die Vergütung des Zinsänderungs- und des Emittentenrisikos entfallen. Insofern sei auch die Abhängigkeit von diesbzgl. Veränderungen vergleichsweise klein. Umgekehrt werde das Hybridrisiko mit etwa 80% des Renditeniveaus vergütet.

Primäres Ziel sei es, Ausfälle zu vermeiden. "Wir wollen Nachranganleihen identifizieren, bei deren Emittenten idealerweise das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit gar nicht besteht - in der Praxis zugegebenermaßen eine äußerst seltene Spezies", schmunzele der 47-jährige. Aber um das Risiko möglichst klein zu halten, sei eine intensive Auseinandersetzung mit den Anleihen bzw. ihren Unternehmen oberstes Gebot. Dimopoulos: "Damit wir an ausreichend Daten für eine Bewertung kommen, kaufen wir nur Anleihen von Unternehmen, die aufgrund ausstehender Aktien umfangreichen Publizitätspflichten unterliegen."

In der Bewertung von Nachranganleihen weise das Team in der Zusammenarbeit mit der Aramea Asset Management eine langfristige und erfolgreiche Expertise auf. Bereits 2008 hätten die Hanseaten den mittlerweile fast eine Milliarde Euro schweren Aramea Rendite Plus aufgelegt. Vor einem Jahr, am 1. Dezember 2016 aufgelegt, habe der HANSArenten Spezial mittlerweile ein Vermögen von mehr als 100 Millionen Euro angezogen und einen Wertzuwachs von 8,6% erwirtschaftet.

"Für unseren Erfolg in den vergangenen zwölf Monaten gibt es zwei Quellen", so Dimopoulos. "Das sind der Analyseprozess sowie unsere strategische Entscheidung, Fremdwährungen abzusichern." Denn der HANSArenten Spezial sei nicht nur in Europa bzw. in Euro-Anleihen engagiert, sondern habe auch zahlreiche nordamerikanische, aber auch australische und asiatische Titel im Bestand. "Gerade nordamerikanischen Versorger schneiden in unserer Wertewelt sehr gut ab - hätten uns aber ohne Währungssicherung auch einiges an Performance gekostet", erläutere Dimopoulos. Eine deutsche RWE sei hingegen in 2016 noch durch das Bewertungsraster gefallen. Erst im März dieses Jahres habe der Analyseprozess grünes Licht für den Kauf gegeben.

Was erwarte der Portfoliomanager für das Jahr 2018 vom Markt für Nachranganleihen? "Alleine die durchschnittliche Rendite unseres Anleihebestandes liegt bei 2,7%." Ein weiteres Zusammenlaufen der Spreads gegenüber Bundesanleihen vergleichbarer Laufzeit böte noch zusätzliches Potenzial. "Ein reines Buy-and-hold wird aber nicht funktionieren", sei Dimopoulos überzeugt. "Denn gerade wenn Zinsen steigen, trennt sich bei den Unternehmen die Spreu vom Weizen - und die vorausschauende Titelauswahl bekommt noch mehr Gewicht." (07.12.2017/alc/a/a)