Nachfrage nach KfW-Förderung in Deutschland weiterhin stark


02.08.17 13:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die KfW Bankengruppe erreichte mit ihrer Fördertätigkeit im ersten Halbjahr 2017 ein Gesamtvolumen von insgesamt EUR 36,5 Mrd. (+1%), so die Analysten der Nord LB.

Die inländische Förderung habe sich laut eigener Aussage sehr erfolgreich entwickelt und mit einem Zusagevolumen von EUR 27,6 Mrd. den Vorjahreswert um fast EUR 1 Mrd. (+3%) übertroffen. Dazu beigetragen habe u.a. die anhaltend positive Konjunkturerwartung der mittelständischen Unternehmen. Eine entscheidende Rolle habe zudem das große Interesse privater Kunden an Förderkrediten im Bereich der Wohnungsbaufinanzierung gespielt. Das Geschäftsvolumen der internationalen Finanzierungen der KfW sei auf EUR 8,3 Mrd. zurückgegangen (-8%). Rückläufig sei das Neuzusagevolumen des Geschäftsbereichs KfW Entwicklungsbank gewesen. Positiv beigetragen habe hingegen die KfW IPEX-Bank, aber auch die DEG. Die Ertragslage habe sich im ersten Halbjahr 2017 mit einem Konzerngewinn von EUR 801 Mio. positiv entwickelt und dabei insbesondere von einem verbesserten Bewertungsergebnis profitiert. Die Bilanzsumme sei dabei von EUR 507,0 Mrd. auf EUR 496,7 Mrd. zurückgegangen.

Zur Refinanzierung ihres Fördergeschäftes habe die KfW per 30.06.2017 langfristige Mittel im Gegenwert von EUR 46,9 Mrd. an den internationalen Kapitalmärkten aufgenommen. Rund 51% der Mittelaufnahme sei in EUR erfolgt, in USD seien es rund 39% gewesen. Die restlichen 10% hätten sich aus sechs weiteren Fremdwährungen zusammengesetzt. Bekanntlich sei für 2017 insgesamt ein höherer Refinanzierungsbedarf ermittelt und von ursprünglich rund EUR 75 Mrd. auf EUR 75 bis 80 Mrd. erhöht worden. Im ersten Halbjahr habe die KfW aus ihrem Programm "Erneuerbare Energien-Standard" rund EUR 2,2 Mrd. vergeben, wovon 85% auf Windenergie-und 12% auf Solarprojekte entfallen seien. Mehr als Dreiviertel der Mittel seien in Projekte hierzulande geflossen, 13% nach Frankreich. Nennenswert sei hier vor allem die Refinanzierung über einen achtjährigen Bond (ISIN XS1612940558/ WKN A2AAJN) bei einer Rendite in Höhe von 0,25% gewesen. Das Volumen habe EUR 2 Mrd. betragen.

Die KfW Bankengruppe und die L-Bank, die Förderbank des Landes Baden-Württemberg, hätten erneut einen Globaldarlehensvertrag auf Basis des ERP-Digitalisierungs-und Innovationskredits der KfW in Höhe von EUR 200 Mio. abgeschlossen, wie die beiden Häuser in einer Pressemitteilung bekannt gegeben hätten. Die KfW habe dieses Programm am 1. Juli 2017 eingeführt, um mittelständische Unternehmen beider Finanzierung einer breiten Palette an Digitalisierungs-und Innovationsvorhaben zu unterstützen. Eine identische Vereinbarung habe es bereits zum 15.09.2015 gegeben.

Die L-Bank habe ihre bestehende Innovationsförderung mit der neuen "Innovationsfinanzierung 4.0" ausgebaut und verbessert. Sie werde damit als erstes Landesförderinstitut die Refinanzierungsmittel der KfW aus dem ERP-Digitalisierungs-und Innovationskredit nutzen, um zinsgünstige Kredite an KMUin Baden-Württemberg für digitale und innovative Investitionen bereitzustellen. Das Programm 4.0 dürfe mit Fug und Recht als Beispiel für die Verknüpfung von Bundes-und Landesförderung gelten. Zusätzlich zur Verbilligung aus Mitteln des ERP-Sondervermögens würden die Kredite durch das Land und die L-Bank subventioniert. Seit dem Jahr 1999 seien zwischen den beiden Häusern mehr als 30 Verträge mit einem Volumen von rund EUR 30 Mrd. abgeschlossen worden.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die spanische Region Kastilien und León (Bloomberg-Ticker: CASTIL) hätten zwei neue Verträge im Umfang von EUR 105 Mio. unterzeichnet. Die Kredite würden dazu dienen, das grundsätzliche Wachstum in der Region mit Blick auf das Transportwesen zu fördern und die Infrastruktur des ländlichen Tourismus auszubauen. Seit 1989 habe die EIB bereits mehr als EUR 2 Mrd. für die Region um Valladolid zur Verfügung gestellt. Mit den Fördergeldern sollten in Wachstumssegmenten insgesamt EUR 400 Mio. mobilisiert werden, sodass ca. 8.000 direkte Jobs bis 2020 entstehen könnten. Durch die Infrastrukturprojekte sollten rund 900 Jobs bis 2020 in der Konstruktionsphase geschaffen werden, von denen rund 100 als nachhaltig angesehen würden.

Moody‘s (und auch Fitch) würden an die EU Ratings von AAA bzw. Aaa vergeben. Beide Ratingagenturen würden dies mit der trotz langer Haushaltsverhandlungen bestehenden politischen Unterstützung für die EU durch die 28 Mitgliedsstaaten begründen. Zudem würden die Beiträge zum Haushalt durch Staaten mit AAA sowie die vielschichtigen Sicherungsmechanismen für Investoren hervorgehoben. Auch der bevorstehende Brexit könne diesem Konstrukt und der Selbstverpflichtung nichts anhaben. Negativ werde hingegen das signifikante Kreditrisiko angemerkt. Für S&P hätten die langwierigen Haushaltsverhandlungen hingegen eine schwächere politische Unterstützung in Verbindung mit der gesunkenen Kreditwürdigkeit der 28 EU-Mitglieder signalisiert, woraus ein AA resultiere.

Ab Ende August plane die NRW Bank eine europäische Roadshow für einen neuen Green Bond. Dafür habe die größte regionale Förderbank bereits jetzt ein Konsortium mandatiert. Immerhin sei das Land Niedersachsen noch mit einem Tap unterwegs gewesen, wenngleich entsprechende Tabelle auch diese Woche mangels Neuemissionen leer bleiben müsse. Im 01/2025er Bond habe NIESA frische EUR 250 Mio. zu ms -20bp einsammeln können. Ansonsten würden hier und dort die Fremdwährungen dominieren: So seien die KFW, NIB oder auch die NWB in US-Dollar unterwegs gewesen, während für die KfW auch ein Tap in AUD interessant gewesen sei. Die kanadische Provinz Alberta habe sich mit GBP 150 Mio. in einer weiteren Fremdwährung abseits des Euro bewegt.

Im Rahmen des Ankaufsprogramms habe es nur vereinzelte Nachfragen gegeben. Darüber hinaus sei auch die Nachfrage aus dem Markt und von Sales sehr überschaubar gewesen. Gestern sei Niesa 01/25 um EUR 250 Mio. bei ms -20 bp aufgestockt worden. Aufgrund der Marktsituation und des extrem ambitionierten Pricings habe es kaum Interesse an der Aufstockung gegeben. (02.08.2017/alc/a/a)





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