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NSFR: Banken auf Kurs, Malus für Covered Bonds?


02.08.17 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die strukturelle Liquiditätsquote (NSFR) wurde neben der Liquiditätsdeckungsquote (LCR) als zweiter Liquiditätskennzahl des Basel-III-Rahmenwerks eingeführt, so die Analysten der Helaba.

Eine Präzisierung der Anforderungen stehe bei der NSFR jedoch noch aus. Ihr ursprünglich angedachtes Inkrafttreten zum Anfang 2018 werde sich aufgrund des langwierigen EU-Gesetzgebungsverfahrens wahrscheinlich bis Mitte 2020 verschieben. Angesichts der Vielzahl offener Punkte sei diese Verzögerung zu begrüßen.

Die Steuerung der NSFR gestalte sich aufgrund ihres im Vergleich zur LCR größeren Volumens schwerfälliger. Zwar zeige der halbjährliche Bericht der EBA bei den großen internationaltätigen Banken noch Nachholbedarf auf. Gleichwohl attestiere er den untersuchten 150 Häusern Fortschritte bei der Liquiditätsvorsorge.

Die Analysten der Helaba gehen davon aus, dass die Banken in ihrer Beobachtungsliste die verpflichtende NSFR problemlos einhalten können.

Covered Bonds könnte die Einführung der NSFR benachteiligen. Obwohl diese Finanzierungsinstrumente unstrittig für eine langfristige stabile Refinanzierungsstruktur sorgen würden, bestehe das Risiko, dass einige der vorgeschlagenen NSFR-Regelungen das Produkt selbst und den Hypothekenmarkt über Gebühr treffen würden.

Die Analysten der Helaba erwarten jedoch, dass die Aufseher die Qualität und die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Instruments bei der Umsetzung des regulatorischen Vorhabens berücksichtigen. (02.08.2017/alc/a/a)