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Morgige EZB-Zinssitzung steht im Fokus


09.09.20 10:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Das Q2 Euro-BIP erfuhr gestern eine leichte Aufwärtsrevision, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Veröffentlichungen, die jeweils einen Rückgang von 12,1% p.q. ausgewiesen hätten, habe sich der Rückgang "nur" auf 11,8% p.q. belaufen. Weiterhin gelte: Der historische Einbruch sei im Wesentlichen das Resultat der Lockdown-Maßnahmen. So seien Konsum und Investitionen für fast den gesamten BIP-Rückgang verantwortlich, der Außenhandel nur für einen Prozentpunkt. Am Gesamtbild ändere dies jedoch nichts, weshalb es sich bei der Veröffentlichung nur um eine Randnotiz handele.

Und auch heute seien marktbewegende Daten Mangelware. Während in den USA wie üblich in einer auf den Arbeitsmarktbericht folgenden Woche dieser Tage insgesamt kaum relevante Veröffentlichungen auf dem Programm stünden, richte sich in der Eurozone der Fokus auf die morgigen Juli-Industrieproduktionszahlen großer Euro-Länder, hauptsächlich aber natürlich auf die EZB-Zinssitzung. Umso mehr stehe im Marktfokus das nächste Kapitel in der gefühlt unendlichen Brexit-Saga.

So schaffte die Regierung in London mit ihrer "Internal Market Bill" Fakten und wolle damit heute einseitig Änderungen des mit der EU ausverhandelten Brexit-Abkommens implementieren, die zwei aus Sicht Londons ungeklärte Punkte in Bezug auf Nordirland betreffen würden. Das GBP habe daraufhin sowohl gegenüber USD als auch EUR an Wert verloren. Ob nur Verhandlungstaktik oder nicht, eine Einigung zwischen Brüssel und London werde dadurch sicherlich nicht einfacher.

Am Primärmarkt habe Österreich gestern Anleihen mit Fälligkeit Feb-30 (Emissionsrendite: -0,336%; Bid cover: 2,29) und Mai-34 (-0,125%; 2,68) aufgestockt und damit in Summe EUR 1 Mrd. eingenommen. (09.09.2020/alc/a/a)