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Moody’s: Bankenmarkt in Deutschland ist weiterhin stabil


13.10.17 09:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Ende September hat die Ratingagentur Moody's den Bericht zum "Banking System Outlook - Germany" veröffentlicht, so Michaela Hessmert und Melanie Kiene, CIIA von der Nord LB.

Der Ausblick sei zwar weiterhin stabil geblieben, allerdings schreibe die Agentur, dass bei den Banken durch das Niedrigzinsniveaus "Druck" bestehe. Gestützt werde der Bankenmarkt von einem soliden wirtschaftlichen Umfeld mit einer geringen Arbeitslosenquote. Die niedrige Problemkreditquote von etwa 3% des Kreditportfolios bestätige die gute Kreditqualität. Herausfordernd für die deutschen Schiffs-Kreditgeber sei die anhaltende Schiffskrise mit fortgesetzt negativem Trend. Nur leicht verbessert habe sich die Kapitalisierung. Auch vorausschauend sehe die Agentur nur wenig steigende Kapitalquoten.

Das Zusammenwirken aus mäßigem Geschäftswachstum, niedriger Ertragsgenerierungsfähigkeit bei hoher Kostenbasis und dem sehr geringen Zinsniveau würden wenig Spielraum für Gewinnthesaurierung bieten. Bei einigen Banken sei die Verschuldung zudem ein Problem. Die Profitabilität schätze Moody's als schwach aber stabil ein. Zwar seien die Kosten hoch, doch die Agentur rechne mit einem abflachen der Risikovorsorgen für die Schiffsportfolien. Das Kapitalmarkt-Funding habe sich reduziert und sollte über den Analysezeitraum der nächsten zwölf bis 18 Monate stabil bleiben. Das Einlagen-Funding spiele eine wichtige Rolle und nehme weiter zu. Zudem würden die heimischen Banken vom "safe haven" Status der Bundesrepublik profitieren. Der Government Support für die systemrelevanten Banken werde als moderat bezeichnet.

Anfang Oktober habe die EZB eine Ergänzung zu ihrem Leitfaden für Banken zu notleidenden Krediten (Non-performing Loans - NPL) veröffentlicht und diesen zur Konsultation gestellt. Die Konsultationsfrist laufe noch bis 8. Dezember 2017 und beinhalte eine öffentliche Anhörung am 30. November. Im Kern gehe es um die Erwartung der EZB als Bankenaufsicht bezüglich des Mindestmaßes an Risikovorsorgen für neue NPL. Der neue Entwurf ziele auf alle Risikopositionen die ab 01.01.2018 als "notleidend" im Sinne der EBA-Definition eingestuft würden. Für diese müsse der unbesicherte Teil spätestens nach zwei Jahren vollständig mit Risikovorsorgen gedeckt sein und der besicherte Teil nach sieben Jahren. Weiche eine Bank vom Leitfaden ab, müsse sie dies der Aufsicht erläutern. Die EZB wiederum könne darauf entscheiden, ob sie weitere Maßnahmen ergreife.

Die Bankenaufsicht der EZB habe im ersten Quartal 2017 Institute mit hohen NPL Beständen dazu aufgeforderte in der ersten Jahreshälfte ihre NPL-Strategien einschließlich der Abbauziele vorzulegen gehabt. Es gebe diesbezüglich gute Fortschritte und glaubwürdige Strategien. Aber der Prozess müsse weiterhin genau beobachtet werden. Im ersten Quartal 2018 werde die EZB zudem weitere Maßnahmen für den Umgang mit dem aktuellen NPL-Bestand bekannt geben, wozu auch Übergangsregelungen zählen würden. (Ausgabe vom 12.10.2017) (13.10.2017/alc/a/a)