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Moneyfarm erwartet trotz steigender Lebensmittelpreise keine signifikante Inflation


14.05.20 12:15
Moneyfarm

London (www.anleihencheck.de) - "Die Lebensmittelpreise werden in den kommenden Monaten weiter zulegen", so Thomas Völker, Geschäftsführer von Moneyfarm Deutschland.

Dennoch rechne der digitale Vermögensverwalter nicht mit einem signifikanten Anstieg der Inflationsrate. Dies würden auch die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten endgültigen Zahlen zur Entwicklung der Lebenshaltungskosten im April 2020 bestätigen. Insgesamt habe sich die Teuerung abermals abgeschwächt und sich auf Jahresfrist nur noch auf 0,9 Prozent nach 1,4 Prozent im März und 1,7 Prozent im Februar belaufen. Der Anstieg der Preise für Nahrungsmittel habe sich hingegen auf 4,8 Prozent von 3,7 Prozent beschleunigt. Überdurchschnittlich hätten sich dabei Obst (+11,0 Prozent) und Gemüse (+6,5 Prozent) verteuert.

Der kräftige Anstieg bei diesen Teilen des Warenkorbs sei teilweise durch die Auswirkungen des Coronavirus bedingt, da in vielen Ländern aufgrund der Reisebeschränkungen Erntehelfer fehlen würden. Auf der anderen Seite würden weitere Faktoren eine Rolle spielen: So sorge der in diesem Jahr warme und trockene Frühling bereits für erste Ernteausfälle, die im Zusammenhang mit schon knappen Ernten im vergangenen Jahr die Preise steigen lassen würden.

Verbraucher müssten dennoch aktuell keine grassierende Inflation befürchten, beruhige Dr. Hans-Jörg Naumer, Director Global Capital Markets and Thematic Research bei AllianzGI: "Je mehr Lockerungen im Kampf gegen das Coronavirus umgesetzt werden können, desto mehr sollte sich die Situation entspannen."

"Ein genereller Anstieg der Inflationsrate ist insgesamt nicht absehbar. Auch die expansive Geldpolitik und die Fiskalpakete zur Stabilisierung der Weltwirtschaft dürften daran nichts ändern. Die Kapazitäten der Unternehmen sind deutlich unterausgelastet - das spricht gegen einen steigenden Preisdruck. Wir erwarten daher eine anhaltende Phase stabiler Preise."

Die expansive Geldpolitik habe allerdings Auswirkungen auf die Renditechancen der Anleger, kommentiere Thomas Völker. "Die Kaufprogramme der EZB und der FED halten die Renditen für Staatsanleihen künstlich niedrig - oder anders ausgedrückt halten sie deren Kurse auf hohem Niveau. Anleger werden positive Renditen daher noch stärker als bisher an den Aktienmärkten suchen müssen, an denen angesichts der zunehmenden regionalen und branchenspezifischen Verwerfungen, die das Coronavirus mit sich bringt, die Auswahl der richtigen Titel an Gewicht gewinnt." (14.05.2020/alc/a/a)