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Märkte und Trends 2018: Weniger expansive Geldpolitik


12.04.18 13:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den Industrieländern setzen einige Notenbanken wieder auf Zinserhöhungen, so die Analysten der Helaba.

Die US-Notenbank werde ihren geldpolitischen Normalisierungskurs fortsetzen. Bis Ende 2018 würden die Analysten eine Anhebung des Leitzinses in den Korridor von 2,00% bis 2,25% erwarten. Darüber hinaus plane die FED, ihre Wertpapierbestände bis Ende 2018 um rund 10% zu reduzieren.

So weit sei die Europäische Zentralbank noch nicht, aber auch sie dürfte auf das verbesserte fundamentale Umfeld reagieren. Zum Jahresbeginn 2018 habe sie wie erwartet ihr Kaufprogramm von monatlich 60 Mrd. Euro auf 30 Mrd. Euro zurückgefahren. Im September 2018 dürfte der geldpolitische Kaufrausch ein Ende finden, was allerdings nicht heiße, dass die EZB als Nachfrager am Anleihemarkt ausfalle. Sie werde lediglich ihren Wertpapierbestand bei rund 2,6 Billionen Euro einfrieren und auslaufende Zinstitel durch neue ersetzen.

In der Eurozone erfolge die Leitzinswende erst 2019. Die Analysten würden erwarten, dass die EZB dann im Frühjahr den Einlagensatz von -0,4% auf -0,2% zurückführen werde. Diese Strafzahlung stelle mittlerweile eine erhebliche Bürde für Banken, Versicherungen und nicht zuletzt die Privatanleger dar. Im Laufe des Jahres 2019 werde Mario Draghi den Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz) von Null auf 0,25% anheben.

Der US-Dollar leide gegenwärtig unerwartet kräftig unter den Handelsstreitigkeiten sowie dem wachsenden Haushaltsdefizit. Allerdings werde die US-Währung vermutlich doch noch von der relativ restriktiveren Geldpolitik profitieren - phasenweise sogar deutlich. Gegen Jahresende dürfte der Euro/Dollar-Kurs um 1,20 notieren. (Ausgabe vom 10.04.2018) (12.04.2018/alc/a/a)