Märkte und Trends 2018: Ansehnliches Wachstum - höhere Inflation


11.04.18 12:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - 2018 wird die Weltwirtschaft mit einer Rate von preisbereinigt 3,4% annähernd so dynamisch wachsen wie im Vorjahr, so die Analysten der Helaba.

Deutlich steigende Zuwachsraten, wie sie zwischenzeitlich von vielen konjunkturellen Frühindikatoren in Aussicht gestellt worden seien, würden sich jedoch nicht realisieren lassen. Dämpfend wirke unter anderem die Debatte um eine Welle des Protektionismus in Reaktion auf die von den USA angestoßenen Schutzzölle.

Die Impulse aus Asien würden 2018 wohl geringer ausfallen als 2017. China kehre nach einer Phase überdurchschnittlicher konjunkturpolitischer Impulse auf einen Pfad struktureller Wachstumsverlangsamung zurück. Die Verschuldung, insbesondere der Staatsunternehmen, habe drastisch zugenommen. Der chinesische Immobilienmarkt bleibe ein Stabilitätsrisiko. Eine anhaltend hohe Schuldenquote in den Industrieländern sowie eine in den letzten Jahren kräftig gestiegene Schuldenfinanzierung in den Schwellenländern seien eine Hypothek für 2018.

Für die USA zeichne sich im Jahresdurchschnitt eine leichte Beschleunigung von 2,3% auf 2,8% ab (ursprüngliche Prognose 2,5%). Die steuerliche Entlastung bewege sich im Rahmen der Erwartungen der Analysten, allerdings steige die Staatsnachfrage deutlicher als im Herbst prognostiziert. Die Unberechenbarkeit der künftigen Handelspolitik unter Präsident Trump belaste aber wie von den Analysten erwartet das Investitionsklima.

Der Euroraum und Deutschland würden ihr hohes Wachstumstempo aus dem Jahr 2017 nicht halten können. Die Analysten würden für das laufende Jahr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um jeweils 2% rechnen. Die Konsumenten würden sich zunehmend der angestiegenen Inflation bewusst. Um dynamischer zu wachsen, bedürfte es neben mehr Freihandel einer Wirtschaftspolitik, die sowohl der demografischen Entwicklung als auch der vernachlässigten Infrastruktur entgegenwirke.

Die Inflationsraten seien schon 2017 in vielen Industrieländern in den Bereich um 2% zurückgekehrt. Engpässe am Arbeitsmarkt würden einen Lohnauftrieb begünstigen. Besonders ausgeprägt sei dies in Zentraleuropa, wo aufgrund eines Fachkräftemangels bereits kräftige Lohnsteigerungen zu beobachten seien. In den USA und Deutschland scheine sich das Blatt ebenfalls zu wenden. Während bislang der Anstieg der Inflation vornehmlich auf die höheren Energiepreise zurückzuführen gewesen sei, sei allmählich auch mit steigenden Kernraten zu rechnen. In den USA werde sich die Inflationsrate 2018 deutlich über 2% manifestieren, im Euroraum und in Deutschland bewege sie sich zögerlich auf das Inflationsziel der EZB von 2% zu. Von "unerwünscht niedrigen" Inflationsraten könne somit keine Rede mehr sein. (Ausgabe vom 10.04.2018) (11.04.2018/alc/a/a)