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Märkte preisen Inflation falsch ein


14.01.22 15:34
Natixis Investment Managers

Paris (www.anleihencheck.de) - Die Einschätzung der Inflationsentwicklung ist schwieriger geworden. Manches aber spricht dafür, dass die derzeit hohen Inflationsraten sich in Zukunft abschwächen könnten, findet Jack Janasiewicz, Portfolio Manager and Lead Portfolio Strategist bei Natixis Investment Managers Solutions.

Rechne man pandemiebedingte Effekte sowie die Verteuerung von PKW heraus, halte sich die Inflation weiterhin in Grenzen, wenn auch auf höherem Niveau. Wir stehen vor einer Periode, in der nun auch Basiseffekte stärker zum Tragen kommen werden, so Janasiewicz. Vergleiche von Jahr zu Jahr würden damit deutlich schwieriger und könnten durchaus zu abgeschwächten Inflationszahlen führen. Das sei einfache Mathematik.

Aber selbst wenn diese Basiseffekte die Inflationsentwicklung nicht spürbar tangieren sollten, würden die sich verschärfenden geldpolitischen Rahmenbedingungen wahrscheinlich einen Dämpfungseffekt haben. Die Märkte hätten fast vier Zinserhöhungen der FED bis Ende 2022 und drei weitere bis Ende 2023 eingepreist. Darüber hinaus sei das Tapering beschleunigt worden, und die Diskussion über den Abbau der Bilanz stehe nun im Vordergrund.

In Verbindung mit den Basiseffekten, Verbesserungen der pandemischen Lage und deren Auswirkungen auf Versorgungsketten und Arbeitsmärkte, den Inflationssorgen der FED und einer moderaten Straffung der Finanzpolitik könnte sich die Inflation jedoch in einem Tempo abschwächen, das einige nicht erwarten würden.

Vor dem Hintergrund der unübersichtlichen Gemengelage bleibe der Umgang mit der Inflation eine unsichere Sache. Gerade mit Blick auf die Politik der Notenbanken bleibe Vieles im Ungewissen. Am Ende jedoch zähle das, was von den Märkten eingepreist werde. Und in den aktuellen Kursen sei eine Menge falsch eingepreist. Möglichweise sogar zuviel. (14.01.2022/alc/a/a)