MPC-Mitglieder uneins über Leitzins - Britisches Pfund im Fokus


03.08.17 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Im Juni hatten drei von acht Mitgliedern des Monetary Policy Committee (MPC) der britischen Notenbank (BoE) für eine Erhöhung des Leitzinses votiert, der aktuell bei 0,25% liegt, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Kristin Forbes, eine Befürworterin höherer Zinsen, sei mittlerweile aus dem MPC ausgeschieden. Seit der letzten Sitzung haben sich mit Marc Carney und Andy Haldane allerdings sowohl der Chef der BoE als auch der Chefvolkswirt eher "hawkish" geäußert und scheinen Zinserhöhungen nicht kategorisch auszuschließen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Dennoch würden die Analysten davon ausgehen, dass auf der heutigen Sitzung letztlich mit Michael Saunders and Ian McCafferty wieder die gleichen Mitglieder für einen höheren Zins votieren würden und das Abstimmungsergebnis mit 6 zu 2 relativ klar zugunsten eines unveränderten Leitzinses ausfalle.

Eine Verschärfung der Geldpolitik scheine nicht zwingend erforderlich, da die Inflation (Juni: 2,6% gg. Vj.) in Großbritannien zuletzt auf der Unterseite überrascht habe und sich das BIP-Wachstum mit 0,2% bzw. 0,3% gg. Vq. in der 1. Jahreshälfte 2017 deutlich abgeschwächt habe. Zum Vergleich: Letztes Jahr habe der durchschnittliche Quartalsanstieg noch rund 0,5% betragen. Anderseits habe der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe für den Juli auf der Oberseite überrascht und deute auf eine Belebung der Industrie hin. Insofern dürfte heute im Vorfeld der BoE-Sitzung dem PMI für den Dienstleistungssektor besondere Beachtung gelten, der in den Augen der Analysten geringfügig von 53,4 auf 53,0 Punkte nachgeben dürfte.

Auch die überarbeiteten Wachstums- und Inflationsprognosen, die die BoE im Rahmen ihres Inflationsberichts veröffentliche, dürften an den Kapitalmärkten Beachtung finden. Besonders an den Devisenmärkten ergebe sich eine interessante Situation: Nach der deutlichen Aufwertung des Euro zum Britischen Pfund in den letzten Wochen seien die letzten Attacken der Einheitswährung unterhalb von 0,90 GBP ausgelaufen. Werde diese Barriere geknackt, wäre aus technischer Sicht die Basis für weitere Zuwächse geschaffen. (03.08.2017/alc/a/a)