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Lockdown in Indien fordert seinen Preis


05.05.20 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Rückläufige Infektionszahlen und wirtschaftspolitische Stützungsmaßnahmen halfen dem indischen Aktienmarkt im April, sich um 30 Prozent von seinem Ende März erreichten Tiefstand zu erholen, so die Analysten von Postbank Research.

Die Streitigkeiten zwischen den USA und China sowie schwache Konjunkturdaten in Indien hätten gestern jedoch für einen Rücksetzer von mehr als fünf Prozent gesorgt. Der Stimmungsindikator für das Verarbeitende Gewerbe sei im April auf 27,4 Saldenpunkte gefallen und habe sich damit nahezu im Vergleich zum Vormonat halbiert. Dies sei der stärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnung und verdeutliche die verheerenden ökonomischen Konsequenzen des seit sechs Wochen andauernden Lockdowns in Indien.

Am Wochenende habe die Regierung zudem die Verlängerung der weltgrößten Ausgangssperre um weitere zwei Wochen verkündet. Die Gewinnerwartungen für indische Unternehmen seien in den vergangenen drei Monaten für 2020 um 14 und für 2021 um 8,5 Prozent gesenkt worden. Trotz Korrektur werde aber noch immer mit einem Gewinnwachstum von zwölf Prozent für dieses und 23 Prozent für nächstes Jahr gerechnet. Um diese ambitionierten Prognosen einzuhalten, müsste der Lockdown bald beendet werden. Noch sei ein solcher Schritt jedoch nicht in Sicht, daher würden die Analysten bei indischen Aktien derzeit zur Zurückhaltung raten. (05.05.2020/alc/a/a)