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Liquidität: Vor der Zinswende


11.10.21 12:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) arbeitet weiter an einem geschmeidigen Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik, der die Märkte nicht verschreckt, berichten die Analysten von Postbank Research.

Im Anschluss an die jüngste Sitzung des Offenmarktausschusses FOMC habe FED-Präsident Jerome Powell wenig überraschend angedeutet, bald damit zu beginnen, das Anleihekaufprogramm zu reduzieren (tapern) und bis Mitte 2022 auslaufen zu lassen. Ein Automatismus für unmittelbar folgende Leitzinserhöhungen lasse sich daraus aber nicht ableiten. Allerdings gebe es unter den stimmberechtigten FOMC-Mitgliedern nun erstmals so viele Befürworter wie Gegner einer ersten Leitzinsanhebung bereits im kommenden Jahr. Neun würden bereits für 2022 einen Anstieg zwischen 25 und 50 Basispunkten erwarten. Die Leitzinsprognose für 2024 liege im Mittel bei 1,8%.

Früher noch als die FED könnte die Bank of England (BoE) als eine der ersten Notenbanken eines führenden Industrielandes an der Zinsschraube drehen. Im September hätten die Notenbanker von der Insel wie erwartet die Füße stillgehalten - aber erneut vorsichtige Signale für eine geldpolitische Straffung an die Investorengemeinde gesendet. Zu den Entwicklungen, die in den vergangenen Wochen zusätzliche Gründe für eine moderate Straffung geliefert hätten, gehöre zweifellos die Inflation. Die Verbraucherpreise seien im Vereinigten Königreich im August mit 3,2% gegenüber dem Vorjahr so stark gestiegen wie seit fast 10 Jahren nicht mehr. (Perspektiven Oktober 2021) (11.10.2021/alc/a/a)