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Liquidität: So lange wie nötig


16.11.20 10:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Auf die Europäische Zentralbank (EZB) ist Verlass, so die Analysten von Postbank Research.

Einen Tag nach Ankündigung eines "Lockdown-Light" in Deutschland hätten Europas Währungshüter auf ihrer Ratssitzung Ende Oktober zwar stillgehalten. Weder an den Zinssätzen noch an den Anleihekaufprogrammen sei geschraubt worden. Doch die Botschaft an die Märkte sei eindeutig gewesen: Die Notenbanker würden bis Dezember den Einsatz weiterer geldpolitischer Mittel überprüfen.

Die Deutsche Bank erwarte nun, dass der EZB-Rat im Dezember das Gesamtvolumen der Anleihekäufe um 300 bis 500 Milliarden auf dann bis zu 1,85 Billionen Euro aufstocke. Die monatlichen Anleihekäufe aus dem Notfallprogramm PEPP würden so 2021 vermutlich auf 95 bis 110 Milliarden Euro zulegen - und sich damit auf dem Niveau dieses Jahres bewegen. PEPP laufe offiziell im Juni 2021 aus, solle aber mindestens so lange beibehalten werden, wie die Corona-Pandemie in Europa tobe. Außerdem lasse die konjunkturelle Erholung in der Eurozone bereits seit September wieder nach, die zweite Corona-Welle schwäche die Euro-Wirtschaft spürbar. Ihre Maßnahmen werde die EZB von der weiteren Entwicklung der Pandemie und den finanziellen Hilfen der Euro-Staaten abhängig machen.

Denkbar wäre auch ein aggressiveres Vorgehen. Mittel der Wahl könnte im nächsten Schritt dann eine Verlängerung der Laufzeiten der Liquiditätshilfen TLTRO für Banken sowie eine Anhebung der Obergrenze für deren Kreditaufnahme sein. (Perspektiven November 2020) (16.11.2020/alc/a/a)